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Winsen Doch kein Neubau für Winser Jugendtreff
Celler Land Winsen Doch kein Neubau für Winser Jugendtreff
21:51 13.02.2015
Von Simon Ziegler
Das alte Winser Rathaus am Amtshof Nr. 4 (rechts) soll abgerissen werden. Dort sehen die Pläne einen Neubau vor. Das Gebäude der heutigen Kämmerei könnte saniert werden. Quelle: Anne Friesenborg (2)
Winsen (Aller)

Für eine faustdicke Überraschung hat am Donnerstag Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann gesorgt. Im Bauausschuss machte er den Vorschlag, auf den lange Zeit äußerst umstrittenen Neubau an der Sporthalle für Jugendzentrum und Hort zu verzichten. Die beiden Einrichtungen sollen stattdessen im Gebäude Am Amtshof Nr. 8 untergebracht werden, das dafür saniert werden soll.

Dass erneut über das Jugendzentrum gesprochen wird, liegt an der Diskussion, wie es mit den Gebäuden am Amtshof 4 und 8 weitergeht und wo künftig Einrichtungen wie Tourist-Information und Bücherei angesiedelt werden. Zur baulichen Entwicklung und der Gebäudenutzung hatten SPD, CDU, Falke-Gruppe und UWG jeweils Anträge vorgelegt. Die Verwaltung versuchte im Vorfeld der Sitzung am Donnerstag, die Schnittmengen aus diesen Anträgen zu bilden. Dabei kam das Jugendzentrum wieder ins Spiel.

Der Vorschlag sieht im einzelnen vor: Das Gebäude Am Amtshof 4, in dem heute Bücherei und Tourist-Info sind, wird abgerissen. Die Gemeinde behält das Grundstück und errichtet einen Neubau. Dort werden Bücherei und Tourist-Info genauso einziehen wie die Kämmerei. Außerdem wird dort ein Aktenlager eingerichtet. Ein Teil des Gebäudes soll vermietet werden. Laut Oelmann hat der Wittich-Verlag Interesse.

Der Amtshof 8, wo heute die Kämmerei sitzt, soll saniert werden. Anschließend ziehen Jugendzentrum und Hort in das Gebäude in direkter Nachbarschaft zur Grundschule. Dadurch wird der geplante Neubau an der Sporthalle nicht mehr benötigt. Die Gemeinde geht von einer Einsparung von 300.000 Euro aus.

Der Vorstoß kam im Ausschuss parteiübergreifend gut an. „Das ist akzeptabel, damit werden alle Wünsche erfüllt“, sagte Hans-Hermann Lindhorst (CDU). Von einem „guten Vorschlag“ sprach Andrea Tanke (SPD). Auch Wilhelm Redeker (Doogs-Redeker) signalisierte Zustimmung. Der Ausschuss-Vorsitzende Christian Peters (CDU) mahnte, nichts übers Knie zu brechen und sorgfältig zu planen.

Das soll jetzt passieren. Die Verwaltung muss konkrete Pläne ausarbeiten, anschließend wird die Politik darüber befinden. Möglicherweise wird der Gemeinderat im März die Pläne beschließen.

Die Entwicklung ist auch deshalb so überraschend, weil es im Ausschuss überhaupt keinen Widerspruch gab. Zur Erinnerung: Monatelang wurde in Winsen erbittert über das Jugendzentrum gestritten. Klagen wurden vor Gericht eingereicht, die CDU-Fraktion hatte sich im Streit über das Jugendzentrum gespalten. „Neue Erkenntnisse haben zum Umdenken geführt. Dieser Vorschlag wäre vor einem Jahr nicht durchgegangen. Vielleicht braucht es manchmal Streit, um so einen Kompromiss zu finden“, sagte Oelmann der CZ.