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Winsen Dorfgemeinschaft Wolthausen packt zusammen an
Celler Land Winsen Dorfgemeinschaft Wolthausen packt zusammen an
18:40 09.07.2017
Mit Schaufeln wird das Mineralgemisch auf den Wegen verteilt. Quelle: Kirsten Glatzer
Wolthausen

Die Teilnehmerliste wurde nach dem tragischen Unglück eingeführt, bei dem im Februar einer der Helfer ums Leben kam, “damit das Fortführen der Maßnahmen rechtlich noch besser abgesichert ist“, erklärt Peters. Von deren Wichtigkeit und Notwendigkeit sind nach wie vor alle überzeugt. “Natürlich fehlt Werner Schrader in der Gemeinschaft, aber wir sind uns sicher, dass es auch in seinem Sinne wäre, damit weiterzumachen“, heißt es.

Hand- und Spanndienste, was ist darunter zu verstehen? Es sind Naturaldienste zur Verminderung barer Gemeindeabgaben, die in Deutschland auf dem Preußischen Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 beruhen. Doch während die Arbeitsleistung nach diesem Gesetz verpflichtend ist, sind hier alle freiwillig erscheinen – nicht nur aus Wolthausen, sondern auch aus Bannetze, Klein- und Groß Hehlen.

Seit Anfang der 80er-Jahre werden regelmäßig Arbeiten zur Wegesanierung durchgeführt. Deren Instandhaltung obliegt eigentlich der Gemeinde, aber wenn diese nur das Mineralgemisch stellen muss und das restliche Equipment einschließlich der Arbeitsleistung von den Helfern kommt, wird natürlich viel mehr erreicht.

Im Winter erfolgt zunächst das Freischneiden. Hierbei werden überhängende Äste und Bäume, die zu nah an den Wegen stehen, entfernt. „Wind und Sonne müssen die Wege nach Regenfällen schnell trocknen können. Bleibt das Wasser darauf stehen, sind bald Löcher reingefahren“, erklärt Christian Peters. Dies ist die Vorarbeit für den Einsatz im Sommer, bei dem Löcher, Senken und abgefahrene Wegedecken mit Mineralgemisch aufgefüllt, geebnet, abgezogen und gewalzt werden. Nutznießer dieser Maßnahmen sind aber nicht nur die Landwirte selbst, die über die Wege ihre Wiesen und Ackerflächen erreichen, sondern zum Beispiel auch Jogger und Radfahrer, betont Heinz-Otto Pralle. "Uns Landwirten wird ja oft vorgeworfen, wir würden die Wege kaputtfahren, aber wir reparieren sie auch wieder, sodass letztendlich alle was davon haben.“

Von Kirsten Glatzer