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Winsen „Echte Bürgerplanung von unten“
Celler Land Winsen „Echte Bürgerplanung von unten“
18:02 02.02.2010
Von Simon Ziegler
Die jetzt beschlossene Dorferneuerung für Thören, Bannetze und jeversen umfasst zunächst die Ortsdurchfahrt in Jeversen, das Feuerwehrhaus in Thören und das Außengelände des Kindergartens Rappelkiste in Bannetze. Quelle: Lothar H. Bluhm
Thören

THÖREN. Es ist ein basisdemokratischer Weg, den die drei Dörfer Thören, Bannetze und Jeversen in den vergangenen Jahren gegangen sind. „Echte Bürgerplanung“, nennt Michael Schmidt vom Amtshof Eicklingen den Versuch, „von unten“ die Zukunft der Dörfer in die eigenen Hände zu nehmen. Schmidt ist der „Umsetzungsbeauftragte der Verbunddorferneuerung“, also eine Art Chefplaner, da die beiden Gemeindeverwaltungen aus Winsen und Wietze dem Amtshof den Auftrag zur Planung erteilt hatten.

Am vergangenen Donnerstag fand im Schützenheim Thören die abschließende Bürgerversammlung statt. Dort stellte Schmidt vor rund 70 Bürgern den Dorferneuerungsplan vor. Kern des Konzeptes sind insgesamt vier Prioritätenlisten – eine überörtliche und jeweils eine pro Dorf. So hat sich Thören dafür entschieden, die Umgestaltung oder den Neubau des Dorfgemeinschaftshauses auf den ersten Platz zu setzen, teilte Thörens Dorfsprecher Wilhelm Redeker mit. In Bannetze ist es die Umgestaltung des Sportheim-Umfeldes, die besonders schnell angepackt werden soll. Die Arbeitskreis-Gruppe Jeversen hat sich dafür ausgesprochen, die Verkehrsberuhigung der B214 durch den Bau zweier Verkehrsinseln an die erste Stelle der Prioritätenliste zu setzen.

Über die Realisierung der Vorhaben müssen indes die Gemeinderäte entscheiden. „Das letzte Wort hat die Politik. Natürlich wissen wir, dass eine Gemeinde viele Kinder hat“, sagte Schmidt mit Blick auf Winsen, wo derzeit auch über die Dorferneuerung in Walle beraten wird. Bei der Dorferneuerung handelt es sich um ein Programm des Landes Niedersachsen, das mit EU-, Bundes- und Landesmitteln gespeist wird. Bei jedem Vorhaben müssen die Gemeinden einen finanziellen Anteil leisten – ein Umstand, der die Realisierung angesichts leerer Kassen wesentlich erschwert.

Dass zumindest Teile des Planes rasch umgesetzt werden sollen, zeigt aber das Beispiel Jeversen. Die beiden Verkehrsinseln werden in diesem Jahr gebaut. Die Gesamtkosten liegen bei rund 172000 Euro, sagte gestern Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann. Er rechnet mit Zuschüssen von 108000 Euro. Die Gemeinde-Mittel sind bereits im Haushalt 2010 eingestellt worden.

Am Mittwoch, 10. Februar, tagen die drei Ortsräte aus Jeversen, Thören und Bannetze gemeinsam im Grooden Hus in Winsen (19 Uhr). Die politischen Gremien beraten über den Dorferneuerungsplan und geben eine Empfehlung ab. Ein paar Wochen später entscheiden die beiden Gemeinderäte über den Plan. Dabei handelt es sich aber um nicht mehr als eine politische Absichtserklärung. Denn ob ein Vorhaben umgesetzt wird, ist eine ganz andere Frage – dabei dürften die Kämmerer ein gewichtiges Wort mitzureden haben.