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Winsen Ein Stück geretteter Dorfgeschichte
Celler Land Winsen Ein Stück geretteter Dorfgeschichte
14:44 14.11.2010
Baustellengespräch: Wielingscher Hof Quelle: Lothar H. Bluhm
Winsen (Aller)

„Ein Haus sollte am Ort gerettet werden“, betonte der Fachwerkexperte Grundsätze, die häufig leider ignoriert werden. Mit einem Abbruch von Fachwerkhäusern gingen immer Charakter und Tradition verloren, „und die Schönheit eines Ortes“, ergänzte eine Teilnehmerin und forderte, auch an einen kulturellen Ausgleich bei Baulandausweisungen zu denken. „Das Haus lag hier sehr schön“, blickte man in die jüngere Vergangenheit zurück.

Mit einem Blick in die Zukunft wurde das Gespräch dann in dem vor dem Rathaus wieder aufgebauten Wielingschen Haus fortgesetzt: Knallgrün mit der ursprünglichen Beschriftung der Bauherren Niefindt wirken die Türständer und das Türjoch bereits an der Südseite des Hauses. Hier wird künftig ein Sitzungsraum eingerichtet, wenn das Bauamt der Gemeinde aus dem Rathaus umzieht.

Dank der Initiative und des Einsatzes des Winser Heimatvereins (WHV) wurde das 1846 gebaute Vierständerhaus Stück für Stück abgetragen und eingelagert. „Das waren genau 503 Einzelteile, die so vor der Müllkippe gerettet wurden“, fasste WHV-Vorsitzender Heinrich Lindhorst die Arbeiten zusammen.

Dass die Wogen zum Abriss des historischen Torhauses und zur Wiedererrichtung des Wielingschen Hauses vor dem Rathaus hoch schlugen, blieb auch dem Kulturkreis Fachwerk nicht verborgen. Insgesamt habe man sich auf einen Kompromiss verständigt, der ein respektables Ergebnis zeige, stellten die Fachwerkkenner in dem Fachwerkhaus fest: Acht Büroräume, ein Sitzungssaal, Toiletten, Teeküche, Stuhllager und ein Technikraum werden im März 2011 eingerichtet. Architekt Christoph Jeßnitz war bemüht, den alten Baubestand zu respektieren. Schon jetzt hat die Wissenstransferstelle für traditionelle Handwerkskunst ihre Arbeit aufgenommen.

Beachtliche Fortschritte macht der Wiederaufbau des Wielingschen Vierständerhauses. Foto: Bluhm

Von Lothar H. Bluhm