Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen "Erlebnis-Bauen" in Thören
Celler Land Winsen "Erlebnis-Bauen" in Thören
16:13 10.06.2016
Von Christopher Menge
Vier Tag lang musste sich Heinz Ryhsel im Garten waschen, weil der Wasseranschluss nicht rechtzeitig abgenommen wurde. Den Rentner ärgert außerdem, dass der Abwasserschacht 16 Meter vom Haus entfernt ist, obwohl direkt gegenüber von seinem Grundstück auch ein Anschluss gewesen wäre. Quelle: Michael Schaefer
Thören

THÖREN. Als seine Frau und er im vergangenen Monat einzogen, hatten sie noch kein fließendes Wasser. „Ich musste dann einen Schlauch am 60 Meter entfernten Hydranten anschließen und mich im Garten waschen“, erzählt der Rentner. Seine Frau, die bei einer Versicherung arbeitet, musste zum Duschen in die Raststätte Allertal fahren. „Wir haben den Umzug aus Bad Nenndorf so lange hingezogen, wie es ging“, sagt Ryhsel, „aber irgendwann mussten wir einziehen.“ Erst als er der SVO gedroht habe, die Verzögerung durchs Fernsehen öffentlich zu machen, sei die Wasseruhr endlich eingebaut worden.

Anne Ruhrmann, die Pressesprecherin der SVO, sieht die Schuld für die Verzögerung allerdings nicht bei ihrem Unternehmen: „Wir haben die Anschlüsse bereits im Februar verlegt, danach warten wir auf die Mitteilung des Installateurs und nehmen den Anschluss dann innerhalb von fünf Werktagen ab.“ Ryhsel entgegnet dem, dass er aufgefordert worden sei, ein Gutachten anfertigen zu lassen. Dieses dann aber plötzlich nicht mehr interessiert hätte.

Ryhsel hatte aber noch ein zweites Problem, denn Wasser, das ins Haus kommt, muss ja nach dem Gebrauch auch wieder weg. „Der Abwasserverband Matheide hat darauf bestanden, dass ein Anschluss benutzt wird, der 16 Meter vom Haus entfernt ist“, schimpft der Neu-Thörener, „dabei gibt es einen anderen Anschluss gegenüber vom Haus, der nur fünf Meter entfernt ist.“ Der inzwischen genutzte Anschluss sei für das Grundstück vorgesehen, sagt Rüdiger Eichel-Bilke, Technischer Leiter beim Abwasserverband Matheide. Dies sei bereits beim Straßenbau und Planung der Entwässerung in den 1990er Jahren festgelegt worden.

Der ehemalige Projektentwickler Ryhsel sorgt sich aber noch wegen einer anderen Sache: „Das Wasser der Aller steigt und senkt sich – dadurch besteht die Gefahr, dass der Schacht verkantet. Dann kann es zu Rohrbrüchen kommen.“ Er hat daher eine Bedenkenanmeldung geschrieben. „Das System wurde in den 1990er Jahren errichtet – in den über 20 Jahren gab es bisher keine Probleme“, sagt Eichel-Bilke. Das dort verwendete Vakuumsystem sei auch heute noch Stand der Technik. „Es ist ein bestimmtes Entwässerungsverfahren, das aufgrund des hohen Wasserstands in diesem Gebiet gewählt wurde“, sagt Eichel-Bilke.

Durch die Bedenkenanmeldung will Ryhsel bei möglichen Kosten abgesichert sein. Denn ärgern möchte er sich nicht mehr. Schließlich ist er nach Thören gekommen, um seine Altersruhe zu genießen.