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Winsen Fallschirmspringer in Meißendorf wehren sich gegen Auflagen
Celler Land Winsen Fallschirmspringer in Meißendorf wehren sich gegen Auflagen
18:23 15.03.2017
Von Simon Ziegler
Die Winterzeit auf dem Flugplatz Meißendorf ist zu Ende. Am Wochenende werden wieder Fallschirmspringer in bis zu 4000 Meter Höhe gebracht. Quelle: Foto:
Meißendorf

Worum es geht: Der Fallschirmsportverein darf bisher zwischen dem 1. November und dem 15. März nicht fliegen. Zwischen 13 und 15 Uhr sowie vor 9 Uhr und nach 19.30 Uhr wird ebenfalls nicht geflogen. Der Verein hat bei der Niedersächsischen Verkehrsbehörde in Wolfenbüttel beantragt, diese Auflagen außer Kraft zu setzen. Der Verein hat außerdem bei der Gemeinde einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplans gestellt. Denn die Hannoveraner wollen einen neuen Hangar bauen.

Was auf dem Platz gemacht wird: Der Fallschirmsportverein bietet das „Erlebnis Fallschirmspringen“ an, wie es auf der Homepage heißt. Fallschirmspringer werden mit einem Flugzeug – einer Cessna 206 – in eine Höhe von 1000 bis 4000 Meter gebracht. Sie springen dann über dem Meißendorfer Gelände ab. Ein Tandemsprung aus etwa 3500 Meter kostet zum Beispiel 199 Euro. Im Jahr 2016 gab es nach Vereinsangaben 746 Flüge.

Was der Fallschirmsportverein will: Der Vereinsvorsitzende Frank Grunwald sagt, dass man den Flugbetrieb flexibler gestalten möchte. Man stehe im Wettbewerb mit anderen Plätzen und müsse „mit der Zeit gehen“. Es sei nicht geplant, an den Wochenenden pausenlos durchzufliegen. Die Nutzung größerer Flugzeuge würde die Anzahl der Starts und Landungen und damit die Lärmbelastung reduzieren, argumentiert Grunwald. „Wir sind kompromissbereit und durchaus bereit, Auflagen hinzunehmen.“

Was die Gemeinde sagt: Die Gemeinde Winsen ist von der Niedersächsischen Verkehrsbehörde um eine Stellungnahme gebeten worden, was die Flugzeiten betrifft. Den Hut auf hat die Gemeinde nur beim Bauleitverfahren, also beim B-Plan. Klar ist schon jetzt, dass es Widerstände gibt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Rat die Pläne befürwortet“, sagt Bürgermeister Dirk Oelmann. Denkbar ist folgendes Szenario: Sollten die zeitlichen Auflagen aufgehoben werden und die Gemeinde ist damit nicht einverstanden, dürfte ihre Bereitschaft sinken, den B-Plan zu ändern. Dann könnte wohl kein neuer Hangar gebaut werden.

Was der "Verein gegen Fluglärm" sagt: Der Verein hat vor wenigen Tagen eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. „Lärm macht krank. Wehren wir uns gegen die Aufhebung der geltenden Auflagen. Helfen Sie durch Ihre Unterschrift, den Flugbetrieb des Fallschirmsportvereins Hannover in Meißendorf einzudämmen“, heißt es in dem Aufruf. Kritik kommt auch von der Siedlergemeinschaft Winsen. Der Vorsitzende Harald Rüpke sagt: „Wir sprechen uns klar dagegen aus, weil wir eine Wertminderung der Grundstücke und eine Beeinträchtigung der Lebensqualität fürchten.“