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Winsen Faszinierende klangliche Einheit
Celler Land Winsen Faszinierende klangliche Einheit
22:06 19.03.2017
Valentino Worlitzsch (Cello) und Elisabeth Brauß (Klavier) in Winsen. Quelle: Michael Schäfer
Winsen (Aller)

Man hörte und sah es den beiden auch international schon mehrfach ausgezeichneten Interpreten an, wie sie in einer Symbiose mit der Musik förmlich erblühten. Und wo es um die beredte, wohlnuancierte Ausschattierung von Klang- und Ausdruckswelten ging, wussten sie neben begeisternd gestalteten Höhenflügen auch immer die Tiefen auszuloten. Ja, sie brachten die Musik förmlich zum Leben.

Es war für Auge und Ohr gleichermaßen faszinierend, wie sie es immer wieder schafften, bei aller Konzentration auf ihr eigenes Instrument musikalisch miteinander zu verschmelzen und eine klangliche Einheit zu bilden. Von der Verve in Claude Debussys spannungsgeladener Cellosonate über das ausdrucksintensive „Adagio molto sentimento d’affetto“ mit der für den späten Beethoven bezeichnenden Verinnerlichung des Melodischen bis hin zu Brittens sich zu großer Emphase aufschwingender „Elegia“ verstanden sie die Emotionen und die Leidenschaft der ausgewählten Musiken grandios umzusetzen. Brauß überzeugte dabei als dynamisch ungemein differenzierungsfähige Pianistin, und Worlitzsch faszinierte mit einem bis hinein in die mitunter atemberaubenden Quadrupelgriffe (vierstimmige Griffweise) technisch eleganten und immer wieder zu großartigen Höhepunkten gesteigerten Cellospiel.

Von Rolf-Dieter Diehl