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Winsen "Fellnasen" setzen auf gute Vernetzung
Celler Land Winsen "Fellnasen" setzen auf gute Vernetzung
18:58 31.07.2018
Von Jürgen Poestges
Winsen (Aller)

Da kommt dann auch Renz ins Spiel. Die 51-Jährige, die viel lieber im Hintergrund bleiben möchte, ist buchstäblich die Frau für alles. „Ich bin immer unterwegs, wenn ein Tier in einen Unfall verwickelt wird oder jemand Hilfe mit einem Tier braucht“, erzählt sie. Sie hat immer alles im Auto, was man braucht, um Hund oder Katze zu helfen. Im Terrarium zu Hause hat sie eine Boa constrictor. Jetzt kommt noch eine Zweite dazu. „Die stammt aus einem Haushalt in Soltau, wo sie nicht fachgerecht gehalten wurde. Ich weiß aber noch nicht, ob ich sie beide in ein Terrarium setzen kann.“

Dies sind aber Extrem-Fälle. Meistens geht es bei den Mitgliedern der Fellnasenhilfe um Hunde oder Katzen. Richtig in Rage gerät Renz, wenn sie an Auto-Unfälle mit diesen Tieren denkt. „Meistens fahren die Leute dann weiter, dabei ist das genauso eine Fahrerflucht wie bei jedem anderen Unfall“, schimpft sie. „Man kann ja wenigstens die Polizei informieren. Damit dann der Besitzer informiert werden kann.“ Wobei das dann laut Schuhr sehr häufig die nächste Baustelle ist. „Hunde und Katzen müssen immer geimpft und gechipt werden.“ Dabei bekommen die Tiere einen Chip unter die Haut gesetzt, mit dem sie identifiziert werden können. „Aber dann muss das Tier auch bei der Tierschutzorganisation Tasso registriert werden. Sonst kann man den Chip ja nicht zuordnen.“

Außerdem engagiert sich der Fellnasenhilfe-Verein auch bei den sogenannten Streunern. „Das sind zumeist Katzen, die auf irgendwelchen Grundstücken wild herumlaufen. „Auf einem Firmengelände hier im Landkreis haben wir 70 Katzen gefangen, geimpft und kastriert“, erzählt Schuhr. Das sei natürlich ein Kostenfaktor. „Obwohl wir einen Tierarzt haben, der uns einen Sonderpreis macht, müssen wir 90 Euro pro Tier rechnen.“

Umso mehr freuen sich die beiden Tierschützerinnen über die Vereinsmitglieder. „Am 1. Juni 2014 haben wir mir sieben Mitgliedern angefangen. Heute sind wir 25“, erzählt Schuhr. Einen festgelegten Beitrag gibt es nicht. „Jeder soll das bezahlen, was er will.“ Und außerdem freut sie sich über Spenden – egal ob Geld oder Futter. Jetzt steht im Kaufland in Bergen ein Sammelcontainer der Fellnasenhilfe. Futter kann da hineingeworfen werden. Oder auch Pfandflaschen-Bons. „Uns helfen auch 1,50 Euro.“

Ganz wichtig ist für beide die Zusammenarbeit mit anderen Tierschutzvereinen. „Die ist ja leider nicht immer gut“, sagt Renz. „Häufig schauen die Mitglieder der anderen Vereine nicht über den Tellerrand hinaus, gönnen den anderen keine noch so kleine Spende. Die Konsequenz ist dann oft, dass das gehortete Futter gar nicht verteilt werden kann und verdirbt.“

Das sieht man bei den „Fellnasen“ anders. Dort setzt man auf Vernetzung und gute Zusammenarbeit. „Wir haben gute Kontakte, auch in die Nachbarkreise“, sagt Schuhr. Zum Verein gehört eine „Zweigstelle“ in Eschweiler bei Aachen. „Von dort aus haben wir schon einige Aktionen bis nach in Belgien durchgeführt“, erzählt Renz. Hier findet demnächst auch ein Flohmarkt statt. Da soll wieder ein wenig Geld zusammenkommen. Das wird unter anderem für den angemieteten Lagerraum benötigt. „Am Anfang haben wir unser Gartenhaus als Lager benutzt“, erzählt Schuhr lachend. „Dann wurde es eine Garage, inzwischen ist es eine kleine Halle. Und die ist natürlich auch entsprechend kostenintensiv.“

Mit echten Clowns ist Antonio Spärlich aufgewachsen, heute begleiten sie ihn nur noch in Form von Hüpfburgen.

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