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Winsen Fingerboard-Contest in Winsen: ein Stück weit Physik (mit Video)
Celler Land Winsen Fingerboard-Contest in Winsen: ein Stück weit Physik (mit Video)
19:15 01.03.2015
Dorian und Jarle zeigen, dass die Tricks mit dem Fingerboard nicht Zauberei sind, sondern mit Fingerfertigkeit zu tun haben. Quelle: Benjamin Westhoff
Meißendorf

Die gute Nachricht zuerst: Gebrochene Finger gab es nicht beim Fingerboard-Contest "Breaking Fingers" am Samstag im Dorfgemeinschaftshaus Meißendorf. Bei guter Stimmung der 40 Teilnehmer ging alles glatt über die Bühne.

Das Fingerboard ist so klein, dass es in der geschlossenen Hand verschwinden kann. „Man braucht Fingerspitzengefühl – und Spaß“, sagt Alex Christ und nennt damit die Voraussetzungen für den Sport. Seit 2008 ist der 22-Jährige aus Koblenz Fingerboard-Fahrer. Er war Skateboarder, doch als er sich damals den Arm brach, stieg er aufs Fingerboard um. Und eigentlich ist alles wie bei Skateboard-Fahren, nur dass das kleine Brett mit zwei Fingern über den Park bewegt wird.

Wie angeklebt an den Fingern bewegt sich das Brett. Doch im nächsten Moment wirbelt es durch die Luft. „Ein Stück weit Physik“, erklärt Christ dem staunenden Laien. Er hat einen kleinen Park zu Hause, trainiert aber nur, wenn er Lust dazu hat. „Die Bewegungen hat man ja drin“, sagt er.

Seit sechs Jahren ist Fingerboard ein festes Angebot im Jugendtreff Meißendorf. Damals sei der Billard-Tisch verkauft und ein Fingerboard-Park angeschafft worden, sagt Britta Hesse von der mobilen Jugendarbeit. „Es ist ein Sport“, stellt sie klar. Der hat heute nicht nur in Meißendorf viele Anhänger, an der Oberschule Winsen gibt es eine Arbeitsgemeinschaft mit 24 Schülern, die von Max Rohte betreut wird.

Drei Juroren verfolgten die Fahrten der Teilnehmer auf den beiden Parks genau und vergaben die Punkte. Maximal 30 waren pro Lauf zu erzielen. Dabei achtete die Jury auf Style und Tricks sowie das Gesamtkonzept. "Der Ablauf soll so flüssig wie möglich aussehen", sagt Ben Seibert von der Jury. Aaron Klytta war mit elf Jahren der jüngste Teilnehmer, er fährt seit gut einem halben Jahr Fingerboard. Punktemäßig kann er sich noch steigern.

Die Finalrunde wurde auf einem ganz kleinen Park ausgetragen. „Sehr eng, sehr rutschig“, sagt Christ. Und auch wenn es bei dem Meißendorfer Contest um drei Tickets für die Fingerboard-Weltmeisterschaft in Schwarzenbach an der Saale ging, stand nicht die Konkurrenz, sondern der Spaß im Vordergrund. Einen gelungenen Trick quittieren die Teilnehmer neidlos mit Beifall.

Ein Fingerboard gibt es schon für 10 Euro. „Man kann aber auch 100 Euro dafür ausgeben“, sagt Hannes Haynitzsch aus Hannover. Dann laufen die kleinen Rollen auf winzigen Kugellagern, die Achsen unter dem aus fünf Lagen Furnier gepressten Board sind beweglich gelagert, so lässt sich das Gerät lenken wie ein Skateboard. Die Verletzungsgefahr beim Fingerboard ist eher gering, aber es gibt sie. „Sehnenscheidenentzündung“, sagt Haynitzsch.

Von Joachim Gries