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Winsen Fraktionsaustritte: Richtungsstreit bei Winser Christdemokraten?
Celler Land Winsen Fraktionsaustritte: Richtungsstreit bei Winser Christdemokraten?
16:59 06.05.2014
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Am Montagabend trafen sich Falke, Jannik Randolph, Marc Froemberg und Frank Schilling, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Den Wählern, die sie ja immerhin auf dem CDU-Ticket in den Rat gewählt haben, wollen sie aber weiterhin mit Verweis auf laufende Gespräche nicht mitteilen, was vorgefallen ist, dass sie sich von der CDU-Fraktion abgewendet haben.

In Ratskreisen wird der Schritt als Ausdruck eines CDU-internen Richtungsstreites gedeutet. Dass es innerhalb der Winser Christdemokraten zwei Strömungen gibt, wurde zuletzt in der Auseinandersetzung um den Jugendtreff überdeutlich. Die vier Abgeordneten, die jetzt die Fraktion verlassen haben, waren wohl diejenigen, die einen Neubau an der Sporthalle akzeptiert hätten. Dem Vernehmen nach sind sie es auch, die durchaus gewillt sind, Vorschläge des SPD-Bürgermeisters Dirk Oelmann oder anderer Ratsfraktionen mitzutragen. Der andere Teil der CDU-Fraktion um den Winser Parteichef Christian Peters setzt dagegen auf klare Opposition.

Aber reichen unterschiedliche Auffassungen über den Kurs der Partei aus, um zu erklären, warum einer wie Falke, der viele Jahre in der CDU engagiertes Mitglied war, plötzlich und für die Parteispitze völlig unerwartet die Fraktion verlässt? Warum hat er nicht den Fraktionsvorsitz niedergelegt, wenn er Teile seiner Mannschaft nicht mehr hinter sich weiß? War es vielleicht sogar eine Kurzschlussreaktion?

Diese Fragen wird Falke beantworten müssen. Nicht zu leugnen ist, dass die Winser Christdemokraten drei Jahre nach der krachenden Niederlage bei der Bürgermeisterwahl alles andere als einen guten Eindruck machen. Damals wurde ihr Kandidat Gero Graf von Hardenberg derart abgewatscht, dass er es nicht mal in die Stichwahl schaffte, obwohl das rote Rathaus in Winsen jahrelang in CDU-Hand war. Dass die Christdemokraten diese Niederlage wirklich verwundet haben, scheint derzeit sehr zweifelhaft.

Unterdessen bestätigte der Celler CDU-Kreisvorsitzende Henning Otte, dass ein Parteiausschluss im Raum steht. Eine neue Fraktion zu gründen, wäre laut Satzung mit der CDU-Mitgliedschaft nicht vereinbar. "Dann müsste das Kreisparteiengericht tagen", so Otte. Er werde noch "vermittelnde Gespräche" führen. "Grundsätzlich ist das aber eine interne Angelegenheit der Gemeinderatsfraktion in Winsen", so Otte.