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Winsen Friedhof Winsen: Idylle unter Kiefern und Eichen
Celler Land Winsen Friedhof Winsen: Idylle unter Kiefern und Eichen
12:59 15.10.2015
Mit viel Liebe zum Detail ist dieses Kleinod in Walle gestaltet; einige Grabsteine, wie diese mit einem Segelboot, fallen besonders ins Auge. Quelle: Hancke
Walle

Es fällt vielen Menschen schwer, Friedhöfe als angenehme Orte zu betrachten. Zu sehr sind sie verbunden mit Verlusten, die wir erlitten haben: Familienangehörige, die gegangen sind, enge Freunde, die Eltern, der Partner, am tragischsten wohl das eigene Kind. Der Friedhof erinnert uns wie ein Echo an den Schmerz.

Er ist aber auch ein Ort, der uns zum Gedenken einlädt, uns zur Ruhe kommen lässt, besonders dann, wenn schön gestaltete Bereiche dazu einladen.

Der junge kommunale Friedhof Walle, Ortsteil von Winsen zählt zu den besonderen Beispielen, bei denen mit schöner Gestaltung und Liebe zum Detail ein Kleinod unter Eichen und Kiefern entstand. Beidseitig der Kapelle wurden – hinter Bäumen verborgen – Rondelle angelegt, in deren Rundungen die Grabstätten liegen. Fast mag man die frisch geharkten Wege nicht betreten, um die kleinen Figuren in der Mitte des rechten Rondells zu betrachten. Dort liegen die anonymen Grabstellen. Im Rund des Rasens hat der Mäher konzentrische Kreise hinterlassen, die wie ein Kunstwerk wirken.

Der Waller Friedhof besteht seit 1970. Zur gleichen Zeit wurden die Kapelle und der frei stehende Glockenturm gebaut, der die Blicke auf sich zieht. Die Holzkonstruktion steht auf freier Wiese und bildet zusammen mit Beeten und Bank einen idyllischen Platz zum Verweilen. Im geschwungenen Beet mit Natursteinmauer blühen zurzeit die Herbstboten: Fetthenne, Rudbeckia, Heide neben Rose und Hibiskus.

Wie auf allen Friedhöfen in Celle Stadt und Land sind auch in Walle über die Jahre Freiflächen entstanden, die bisher ungenutzt blieben, die dem kleinen Friedhof aber einen parkähnlichen Charakter verleihen. Zahlreiche Findlinge, die als Grabmale dienen, unterstreichen den Charakter. Ein Stein fällt besonders ins Auge: Er trägt ein stilisiertes Segelboot aus Stahlstreben und mag wohl auf das Hobby des Verstorbenen hindeuten.

Die Gedenkstätte für die Kriegsopfer der Weltkriege befindet sich im Ort selbst. Auf einem Findling sind elf Namen für die Gefallenen aus Walle von 1914 bis 1918 vermerkt, 42 Namen stehen auf dem Sockel: die „Gefallenen und Vermissten der Gemeinde Walle von 1939 bis 1945“.

Martina Hancke

Von Martina Hancke