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Winsen Gemeinde Winsen kauft Schleusenwärterhaus Bannetze
Celler Land Winsen Gemeinde Winsen kauft Schleusenwärterhaus Bannetze
17:30 05.10.2016
Seit sechs Jahren ist das Schleusenwärterhaus in Bannetze verwaist, doch das soll sich bald ändern. Geplant ist eine touristische Nutzung. Quelle: Anne Friesenborg
Bannetze

Trotz Sanierungsbedarfs und baulicher Mängel könne aus dem Gebäude wieder ein Schmuckstück werden, heißt es in der Ausschreibung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, auf die die Gemeinde Winsen mit einem Angebot reagierte. Zu beachten seien allerdings unter anderen erhebliche Auflagen und Rechte der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, die den Betrieb der benachbarten Schleusenanlage uneingeschränkt und zu jeder Tageszeit aufrechterhalten muss. Auch deshalb sei das Gebäude für private Wohnnutzung nicht geeignet.

Vielmehr wird nun eine touristische Nutzung als Infozentrum Energie wieder Leben in das seit sechs Jahren verwaiste Haus bringen. „Dies soll ein Kooperationsprojekt der Gemeinden Winsen und Wietze, der Salzgitter AG, der Technischen Universität Braunschweig und der Aller-Leine-Tal-Region werden“, sagt Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann. Ein erstes Sondierungsgespräch mit allen Beteiligten ist noch in diesem Jahr geplant. Dann soll auch geprüft werden, wie weit eine Förderung durch EU-Mittel möglich ist. „Das kostet was – da wollen wir so viele Fördermittel abgreifen wie möglich“, sagt Oelmann zuversichtlich. Bis Mitte nächsten Jahres soll dann die Genehmigung des neuen Etats vorliegen, in dem Haushaltsmittel für die Sanierung enthalten sein werden. Parallel dazu werde ein Bebauungsplan erarbeitet. „Vorrang haben aber zunächst Sicherungsmaßnahmen des Gebäudes“, so Oelmann.

Die jahrelangen Bemühungen der Heimatpfleger aus Thören, Wolthausen, Stedden, Meißendorf und besonders aus Bannetze sowie des früheren stellvertretenden Bannetzer Ortsbürgermeisters Mebus Geyh haben somit zum Erfolg geführt. Immer wieder hatten sie auf die besondere Bedeutung des Hauses hingewiesen. Immer wieder wurden sie von den verschiedenen Ämtern und Stellen vertröstet. Immer wieder machten sie darauf aufmerksam, dass mit einem Abbruch ein wichtiges Stück Technikgeschichte verschwinden würde. Und: Der durch EU-Mittel geförderte Allerradweg führe direkt an Wehr und Schleuse entlang und biete an dieser Stelle einen interessanten und begehrten Haltepunkt für Radwanderer, schrieb der Bannetzer Heimatpfleger Harry Fricke im Namen seiner Kollegen an Verantwortungsträger.

Bereits während des Bürgermeisterwahlkampfes Anfang 2011 erkannte auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann bei einem Ortstermin an der Schleuse die Bedeutung des über 100 Jahre alten Hauses an Aller-Flusskilometer 26,675. Und sie kümmerte sich, sprach mit Ministern, Staatssekretären und Amtsleitern, holte Beteiligte an einen Tisch. Beim offiziellen Spatenstich für die beschlossene Forschungswasserkraftanlage Anfang des Jahres wurde ebenfalls für das Schleusenhaus geworben, sodass nunmehr ein Nutzungskonzept erarbeitet werden kann.

Von Lothar H. Bluhm