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Winsen Gemeinde Winsen soll Haesler-Bau kaufen
Celler Land Winsen Gemeinde Winsen soll Haesler-Bau kaufen
19:38 08.06.2016
Von Christopher Menge
Viele Winser haben emotionale Verbindungen zu dem Gebäude der ehemaligen Hauptschule. Der Haesler-Bau soll erhalten bleiben. Quelle: Lothar H. Bluhm
Winsen (Aller)

„Es ist absolut befremdlich, den Bürgern im Wahlkampf weismachen zu wollen, dass sich die Gemeinde das gesamte Hauptschulareal leisten könnte“, sagte die Sprecherin der GfW-Gruppe, Ina Boy. Schon allein aufgrund der Folgekosten hätte sich Winsen ein Millionengrab geschaffen. „Wenn das ehemalige Hauptschulgebäude als Dorfgemeinschaftshaus für Winsen dienen soll, ist es zwingend erforderlich, die absolute Barrierefreiheit mit einem immensen Kostenaufwand herzustellen“, sagte Boy. „Jeder, der das Gebäude kennt, kann sich vorstellen, dass dies nahezu unmöglich sicherzustellen ist.“ Für den Erhalt der Turnhalle gebe es zudem keine Notwendigkeit, da im Jahr 2019 am Gildesweg eine neue Dreifeld-Halle eingeweiht werden soll.

Vertreter des SSV Südwinsen und des MTV Fichte Winsen machen sich aber wegen fehlender Hallenkapazitäten in der Übergangszeit zwischen 2017 – bis dahin will der Landkreis den Schulstandort erhalten – und 2019 Sorgen. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses deutlich. Die Verwaltung hat Unterstützung zugesagt und will unter anderem in Wietze und Hambühren nach Ausweichzeiten fragen. Bürgermeister Dirk Oelmann wies aber schon während der Sitzung darauf hin, dass Zeiten gekürzt werden müssten. „Der Kindersport hat in der Zeit erste Priorität und ab 2019 haben wir dann sieben statt fünf Felder wie jetzt“, so Oelmann.

Der Bürgermeister ist nach Gesprächen mit dem Landkreis und den Investoren guter Dinge, dass die Gemeinde den Haesler-Bau zu „sehr guten Konditionen“ erwerben könne. „Der Rat muss sich dann über die Nutzung Gedanken machen“, sagt Oelmann, „die Verwaltung wird vorher einen Vorschlag ausarbeiten.“ Möglich wäre zum Beispiel ein Haus der Vereine, bei dem die Gemeinde als Vermieter auftritt. Dann müsste nicht das ganze Gebäude barrierefrei sein. Allerdings stellt Oelmann klar, dass Treppenlift, Fahrstuhlrampe und Behinderten-WC für ihn selbstverständlich sind. Doch bis solche Pläne aufgestellt werden können, müssen sich erst einmal Landkreis, Investor und Gemeinde einigen und die Politik zustimmen.