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Winsen Gemeinsam durch dick und dünn
Celler Land Winsen Gemeinsam durch dick und dünn
16:41 21.12.2011
Von Christoph Zimmer
Axel und Hans Quelle: Christoph Zimmer
Winsen (Aller)

Aufmerksam wandern die Augen von Hans Voß von links nach rechts, vorbei am Fernseher, hinter das Sofa, unter den Tisch. Nichts zu sehen. "Wo ist er denn schon wieder?", fragt Hans Voß und schüttelt verzweifelt den Kopf. "Bitte wundern sie sich nicht, er ist einfach immer in Bewegung." Vor dem schwarzen Ledersessel, auf dem der 70 Jahre alte Rentner aus Winsen sitzt, hat es sich Axel, der schweinsfarbene Rauhaardackel, bequem gemacht und kaut genüsslich an einem Hausschuh. Als er ihn entdeckt, fangen die Augen des 70 Jahre alten Rentners aus Winsen an zu leuchten. "Er ist der beste Freund, den ich habe", sagt er und nimmt ihn auf den Arm.

Um diese Aussage zu verstehen, muss man die lange Leidensgeschichte von Voß kennen. Den Prostatakrebs, der bei ihm vor einigen Jahren diagnostiziert wurde, hat er erfolgreich besiegt, die Folgen machen ihm aber immer noch zu schaffen. Wegen einer Blasenschwäche wurde er im November operiert, im Krankenhaus hat er es aber nicht lange ausgehalten. "Ich wollte unbedingt nach Hause", sagt er mit einem Lächeln, "ich wollte unbedingt wieder zu Axel."

Der neun Jahre alte Rauhaardackel gibt ihm Hoffnung, Kraft und Zuversicht, vor allem in den schwierigen Momenten. Und davon gibt es in seinem Leben eine ganze Menge. Ehefrau Uta, 74, lebt in einem Pflegeheim in Wietze. Diagnose: Alzheimer, Demenz, Parkinson. "Eine verdammt schwere Situation", sagt Voß nur.

Glücklich und zufrieden sieht er trotzdem aus - dank Axel. Gemeinsam halten sie sich bei Laune. In den griechischen und türkischen Bergen, am liebsten aber in den hemischen Wäldern, die an das Haus von Voß angrenzen. "Er kann es immer kaum erwarten, bis wir raus gehen", sagt Voß. Brav läuft er neben dem Fahrrad des Rentners her, bis zu dreißig Kilometer legen sie zurück, angeleint ist der ausgesprochen charmante und freundliche Rauhaardackel nie. "Er hört immer auf das, was ich sage", sagt Voß. Passiert ist übrigens noch nichts. Das zeigt, wie groß das Vertrauensverhältnis zwischen den beiden ist. Was er ohne den Hund, den er als Welpen aufgenommen hat, machen würde? "Das ist eine sehr schwierige Frage", sagt Hans Voß.

Wer mit seinem Haustier in der CZ vorgestellt werden will, kann sich unter der E-Mail-Adresse g.meinrenken@cellesche-zeitung.de melden. Einfach die Kontaktdaten angeben (Name, Adresse, Telefonnummern) und ein paar Zeilen über das Haustier und das besondere Verhältnis zu ihm schreiben.