Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Große Angst vorm bösen Wolf
Celler Land Winsen Große Angst vorm bösen Wolf
17:58 11.02.2014
Meißendorf

Nach Übergriffen der Beutegreifer auf Nutztiere wird schnell die Frage gestellt, ob Wölfe tatsächlich etwas in der heutigen Kulturlandschaft zu suchen haben. Und ob sie nicht Menschen angreifen können. Auch im Celler Land sind die Wölfe schon in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung gesehen worden.

„Wölfe sind große Raubtiere, die körperlich durchaus in der Lage sind, einen Menschen zu töten oder zu verletzen. Die Angst vieler Menschen vor dem Wolf steht jedoch in keinem Verhältnis zu dessen tatsächlicher Gefährlichkeit“, schreiben Ilka Reinhardt und Gesa Kluth in dem von ihnen verfassten Band „Leben mit Wölfen – Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in Deutschland“. Nach ihren Recherchen gibt es aus den letzten 50 Jahren nur vier Berichte aus Europa, dass Menschen von nicht tollwütigen Wölfen getötet wurden - bei einem geschätzten Wolfsbestand von 18.000 Tieren.

Reinhardt und Kluth zitieren aus einer Studie, wonach Menschen nicht zur normalen Beute von Wölfen gehören. Verglichen mit Angriffen anderer Großraubtiere und von Wildtieren generell, werde offensichtlich, dass Wölfe zu den am wenigsten gefährlichen Arten gehören.

Nach einer Studie von 2006 in dem Gebiet in Brandenburg, wo es seit 2000 Wolfsrudel gibt, hatten am wenigsten Leute Angst, allein in den Wald zu gehen. Sie sind auch am wenigsten um die Sicherheit ihrer Kinder besorgt, anders als Menschen in Brandenburg, wo es keine Wölfe gab, oder in Dresden oder Freiburg.

Von Joachim Gries