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Winsen „Grüne Hilfe“ für Integrationsarbeit in Winsen
Celler Land Winsen „Grüne Hilfe“ für Integrationsarbeit in Winsen
17:22 02.02.2010
Karina Ibrahimova (links) erhielt von der Rotenburger Landtagsabgeordneten Elke Twesten beim Multi-Kulti-Freundeskreis einen Förderbetrag überreicht. Quelle: Lothar H. Bluhm
Winsen (Aller)

Nein, einen Roten Teppich habe man für den Besuch nicht ausgerollt, aber einen weißen, frotzelte mit einem Seitenblick auf den rieselnden Schnee die Vorsitzende des Winser Multi-Kulti-Freundeskreises, bevor sie die Abgeordnete begrüßte und kurz die aktuelle Situation der Integrationsarbeit in Winsen darstellte. Vor gut zwei Jahren startete das erste Treffen ausländischer und deutscher Frauen. Aus China, dem Iran, aus Ex-Jugoslawien, Sri Lanka, Kasachstan, Russland, aus der Türkei und aus Aserbaidschan sowie Tschetschenien kommen inzwischen die Familien, die in Winsen wohnen.

Die von Ibrahimova jetzt absolvierte akademische Weiterbildung für höher qualifizierte Flüchtlinge soll deren Kompetenzen ausbauen und den Anforderungen des Arbeitsmarktes anpassen. Das Kontaktstudium orientiert sich ausdrücklich an den Ressourcen der Teilnehmer, deren besondere Erfahrungen und Fähigkeiten für die künftigen Arbeitsfelder in pädagogischen und sozialpädagogischen Bereichen berücksichtigt werden. Das Kontaktstudium, das Themenfelder wie Bildungssystem, Schul­sozialarbeit, Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kommunikation vertieft, dauert neun Monate und umfasst auch ein dreimonatiges Praktikum. Ihr Sohn Ben zum Beispiel sei von dem russischen Alphabet ganz begeistert gewesen und fand das Projekt gut, berichtete Ingrid Schröter über das Schulpraktikum, das Karina Ibrahimova kürzlich in der Grundschule Am Amtshof durchführte. In den vier dritten Klassen vermittelte sie den Schülern Kenntnisse aus anderen Ländern und unterstützte ihre Arbeit durch authentisches Anschauungsmaterial und Arbeitsblätter.

Die „Grüne Hilfe“ wird aus den von den Abgeordneten der Fraktion der Grünen stets abgelehnten Diätenerhöhungen gespeist und als Geld für Bürgerengagement auf regionaler und lokaler Ebene verteilt.

Von Lothar H. Bluhm