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Winsen Gutachen für Winser Munitionsentsorgungsanlage nach Ostern
Celler Land Winsen Gutachen für Winser Munitionsentsorgungsanlage nach Ostern
19:46 16.03.2015
Die Munitionsensorgunganalge in Winsen-Schmalhorn. Quelle: Stefan Drößler
Winsen (Aller)

In der Sitzung wollte die UWG zunächst einen Antrag einbringen, nach dem die Gemeinde den Beschluss für ein Gutachten zurückzieht, weil eigentlich der Landkreis dafür zuständig sei. „Dieser Antrag wurde aber zurückgezogen, nachdem ich unter anderem mit einem Schreiben des Kreises nachgewiesen habe, dass der keine Gutachten plant”, berichtete Oelmann. Zudem hätte der Antrag eine weitere Verzögerung des Gutachtens bedeutet. „Das kann niemand ernsthaft wollen, der an einer Aufklärung interessiert ist”, so Oelmann weiter. Inzwischen sei der Gemeinde auch die Interpretation der Emissionswerte durch das Büro für Umweltfragen zur Verfügung gestellt worden. Oelmann vermied bei dieser Mitteilung bewusst das Wort Gutachten. Davon könne man in diesem Zusammenhang nicht sprechen.

Unterdessen haben sich der Chef des Gewerbeaufsichtsamtes, Thomas Knobloch, und Kreisrat Michael Cordioli zu den Aussagen des WG-Abgeordneten Albrecht Hoppenstedt im Kreisumweltausschuss geäußert. Hoppenstedt hatte behauptet, auf dem Gelände in Winsen-Schmalhorn lagerten 1450 Tonnen Sprengstoff. Es gebe keine Notfallpläne und die Feuerwehr habe nicht die entsprechenden Löschmittel für einen Katastrophenfall. Bei den Abgasprüfungen an der Anlage würden zudem nicht alle Stoffe erfasst, die dort emittiert werden. Durch die Verbrennung von Stoffen wie zum Beispiel Phosphor würden weitere Stoffe entstehen. Seit 2008 seien außerdem rund 20 Kilogramm Quecksilber aus der MEA2 über die Abgase entwichen. Das Gewerbeaufsichtsamt toleriere diese Emissionen. Der Abstand von drei Jahren für Messungen sei zudem zu groß. Der Gutachter, den Nachbarn der Anlage beauftragt hatten, habe auch Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Dem widersprach jetzt Knobloch. „Auf dem Gelände befinden sich 16 Munitionsbunker. Die zulässige Gesamtlagermenge beträgt rund ein Drittel der erwähnten 1450 Tonnen an explosionsgefährlichen Stoffen”, schreibt Knobloch. Das wären dann nur rund 480 Tonnen. Die von der Firma Dynasafe betriebene MEA2 sei nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigt worden. Die Auflagen werden in Verbindung mit der eingesetzten Munition erlassen und sehen in diesem Fall eine Begrenzung der Emissionsmassenströme für Schwefel- und Stickstoffdioxid sowie Salzsäure, Kohlenstoff, Gesamtstaub, Blei und Quecksilber vor. „Die MEA hält die festgesetzten Begrenzungen der Massenströme für die geregelten Stoffe ein. Dies trifft auch auf Quecksilber zu. Um zusätzlich den Quecksilbergehalt in der Abluft zu reduzieren, wird beim Betrieb der Anlage Sorbalit eingedüst”, so Knobloch. Dadurch werde das im Abgas enthaltene Quecksilber größtenteils an Schwebeteilchen gebunden und über den Gewebefilter mit ausgeschieden. Die Anlage entsorge keine Munition, die Reiz- oder Nebelstoffe enthalte.

Die Emissionsmessung sei nur alle drei Jahre vorgesehen, könnte sogar auf einen Abstand von fünf Jahren erweitert werden. Diese Möglichkeit sei dort allerdings nicht genutzt worden. Die vom Gutachter angeführten Punkte und Beispiele würden nicht für die MEA2 gelten und seien aus seiner Sicht nicht plausibel. Allerdings führt Knobloch nicht näher aus, wo die Probleme liegen.

Kreisrat Michael Cordioli widersprach den Ausführungen zu den Notfallplänen. Für den Betrieb der MEA2 sei ein Gefahrenabwehrplan eingereicht. Danach ist die die Anlage mit sieben Feuerlöschern auszurüsten. Weiterhin sind jeweils 300 Kubikmeter Löschwasser in zwei Löschwasserbehältern vorzuhalten. Mit den Wasserbehältern soll der Löschwasserbedarf von 1600 Litern pro Minute für mindestens drei Stunden auf dem Grundstück vorgehalten werden.

Von Tore Harmening