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Winsen Schleusenhaus gerettet
Celler Land Winsen Schleusenhaus gerettet
14:30 17.12.2018
Quelle: Lothar H. Bluhm
Bannetze

„Das Ding ist safe“, freut sich Bürgermeister Dirk Oelmann über den Besitzerwechsel des Bannetzer Schleusenwärterhauses: Seit der Schlüsselübergabe Anfang Dezember ist die Gemeinde für das Haus verantwortlich und hat kürzlich einen entsprechenden Bauzaun zur Sicherung errichtet.

„Es ist nichts mehr da, was den Pachtvertrag zum Platzen bringt“, teilte jetzt der Winser Verwaltungschef den Bannetzer Heimatpflegern und dem ehemaligen Ortsbürgermeister, Mebus Geyh, vor dem Haus mit. Damit sei der Erhalt des historischen Gebäudes an Aller-Fluss-Kilometer 26,675 gesichert, denn die Gemeinde beabsichtigt, mit einem Osnabrücker Jagdpächter einen Erbpachtvertrag über 30 Jahre zu schließen. Oelmann: „Durch den Pachtzins amortisiert sich der Kaufpreis, das Haus ist saniert und gleichzeitig auch im Eigentum der Gemeinde.“

Gemeinde kauft Haus für 10.000 Euro

Für 10.000 Euro hat die Gemeinde das Haus und ein rund 2000 Quadratmeter großes inzwischen eingemessenes Grundstück von der Bundeswasserstraßenverwaltung erworben. Durch die Vermessung entsteht ein neues Flurstück. Dieses müsse beim Katasteramt hinterlegt werden, bevor die Verträge, die sich auf dieses Flurstück beziehen, geschlossen werden können, sagt Oelmann. „Dies geschieht dann Anfang Januar.“

„Der Kaufvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Gemeinde Winsen über das Grundstück mit dem ehemaligen Schleusenwärterhaus Bannetze ist am 25. Oktober 2018 beurkundet worden. Im Rahmen der Verkaufsverhandlungen sind Regelungen getroffen worden, die sowohl die Belange der Bundeswasserstraßenverwaltung als auch die Vorstellungen der Gemeinde im Zusammenhang mit der vorgesehenen Nutzung berücksichtigen“, bestätigt dann auch der Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Peter Hoffmann-Schoenborn. Damit seien die erheblichen Auflagen seitens des Bundes erledigt, die für den Gemeinderat Grund genug waren, von dem beabsichtigten Erwerb des Hauses abzusehen: Wegerecht, Befestigung eines Platzes, Erstellung einer Einfriedung und mit geeigneten Maßnahmen dafür zu sorgen, dass niemand in die Schleuse fällt – Auflagen, die kaum erfüllbar waren. „Vor allem die rechtlichen Vorgaben für die Immobilie im Außenbereich machten den Erwerb unmöglich, da das Haus für allgemeine Wohnzwecke nicht genutzt werden darf und die Nutzung für die Allgemeinheit derart hohe Kosten nach sich zieht, die in keinem Verhältnis zum Wert des Gebäudes stehen“, betonte Oelmann. Durch die Nutzung als Jagdhütte sei der Bestand des Hauses gesichert. Darum ging es in erster Linie.

Infocenter zum Wasserrad noch unklar

Wie weit es eventuell auf einem Teil der Immobilie möglich sein wird, ein Infocenter zu der benachbarten Hutweide oder zu dem künftigen Wasserrad einzurichten, ist offen. „Das geplante Forschungs-Wasserrad wird frühestens 2020 in Betrieb gehen. Zurzeit ist noch eine Reihe von Vorarbeiten notwendig“, sagt Olaf Reinecke, Senior Referent Konzernkommunikation bei der Salzgitter AG. „Wir erwarten bis Ende dieses Jahres noch neue Erkenntnisse zum zeitlichen Ablauf.“

Rückblick: Vom 1. Dezember 2010 datiert das Protestschreiben sämtlicher Winser Heimatpfleger an politisch Verantwortliche, in dem sie den geplanten Abriss des Schleusenhauses kritisierten. Mit dem Abbruch würde ein Stück Technikgeschichte verschwinden, stellten sie fest.

Heimatpfleger wollen Gebäude erhalten

Seit acht Jahren versuchte dann die Gemeinde Winsen im Verbund mit Heimatpflegern und Bundes- und Landtagsabgeordneten, Eigentümerin des Gebäudes zu werden, um es für die Bannetzer, aber auch für die gesamte Gemeinde Winsen zu erhalten. „Fast jeder in unserer Gemeinde kennt das Haus, das direkt am Allerradweg steht und in den letzten Jahren dem Verfall preisgegeben war“, beschreibt Oelmann das Objekt. Viele Bürger hätten nachgefragt, wie man die Rettung des historischen Gebäudes unterstützen könne, doch sämtliche Versuche, das Gebäude zu vernünftigen Konditionen zu erwerben, scheiterten. – Bis jetzt.

Von Lothar H. Bluhm

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