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Winsen Hochwasserschutz: Unterstützung für Winsen und Hambühren
Celler Land Winsen Hochwasserschutz: Unterstützung für Winsen und Hambühren
17:12 24.04.2013
Von Simon Ziegler
Winsen, wie hier die Westohe, ist regelmäßig von Hochwassern betroffen. Eine HQ-100 genannte Jahrhundertflut könnte in der Gemeinde enorme Schäden verursachen. Quelle: nicht zugewiesen
Winsen (Aller)

Die beiden Celler Westkreis-Gemeinden Winsen und Hambühren kommen beim Hochwasserschutz endlich voran. Nachdem sich viele Jahre wenig getan hat, kam gestern aus Hannover eine gute Nachricht. Denn die notwendige Rahmenplanung in Höhe von 91.000 Euro wird vom Land mit 70 Prozent gefördert.

Für die Gemeinde bedeutet die Zusage, dass sie jetzt konkret in die Planung einsteigen können. „Wir werden ein Ingenieurbüro mit der Rahmenplanung beauftragen“, sagte Baumatsleiter Berthold Walter. Aufgrund dieser Entwürfe könne dann entschieden werden, welche einzelnen Schritte an der Aller umgesetzt werden sollen. Bis zu höheren Dämmen ist es also noch ein weiter Weg. Dass mehr Hochwasserschutz nötig ist, fordert Winsen schon lange. Ein Jahrhunderthochwasser könnte laut Walter in der Gemeinde Schäden von rund 45 Millionen Euro verursachen.

Für die Planung in Winsen und Hambühren sind Bohrungen, Bodenuntersuchungen und das Vermessen von möglichen Deichen und Dämmen nötig. Von 200.000 Euro Planungskosten war vor einem halben Jahr die Rede, inzwischen geht man von weniger als der Hälfte aus. Weil man den Betrag nicht allein stemmen kann, entschieden die beiden Aller-Gemeinden, einen gemeinsamen Antrag beim Land Niedersachsen zu stellen.

Winsen ist regelmäßig die von Hochwasser am stärksten betroffene Kommune im Kreis Celle. Das Schadenspotenzial in Hambühren ist geringer, doch ein Jahrhunderthochwasser könnte auch dort enorme Schäden verursachen, heißt es. Vor allem die Ortsteile Oldau und Hambühren I wären betroffen. „Es ist hochwassertechnisch gesehen sinnvoll, nicht an der Verwaltungsgrenze Schluss zu machen. Beim Hochwasserschutz muss man Flussabschnitte betrachten“, sagte gestern Hambührens Bauamtsleiter Niels Jürgensen zum gemeinsamen Vorgehen mit Winsen. Die von der Gemeinde Hambühren aufzubringenden Mittel seien bereits im Haushalt 2013 eingeplant.

Das Umweltministerium in Hannover teilte gestern mit, dass in diesem Jahr in den Hochwasserschutz 14,7 Millionen Euro investiert werden. „Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre haben wieder einmal die Notwendigkeit der Schutzmaßnahmen unterstrichen. Der zuverlässige Schutz der Bürger ist eine Gemeinschaftsaufgabe aller Verantwortlichen“, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne).

Mit dem Geld könnten 43 Vorhaben wie der Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens bei Delmenhorst fortgeführt oder neu begonnen werden. Geplant sind auch Deicharbeiten an Weser, Aller und Leine. Der Großteil der Gelder stammt aus einem Bund-Länder-Förderprogramm, die restlichen Millionen von der EU, teilte das Umweltministerium weiter mit.