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Winsen Hornissennest zieht von Celle auf das Gut Sunder
Celler Land Winsen Hornissennest zieht von Celle auf das Gut Sunder
18:08 19.08.2010
Das Hornissennest auf NABU Gut Sunder. Quelle: nicht zugewiesen
Meißendorf

Das Besondere an dem Hornissenstaat: Er stammt aus der Blumlage, wo dieser nahe eines Dachflächenfensters sein Nest gebaut hatte. „Aus mehreren Gründen mussten die Tiere umgesiedelt werden“, berichtet Werner Könecke, Hornissen- und Wespenexperte. Einerseits habe einer der Bewohner eine Bienengiftallergie gehabt, andererseits seien die nachtaktiven Tiere des öfteren in die Wohnung eingedrungen. Die Bewohner meldeten das Nest bei der Stadt Celle – Mitarbeiter des NABU Gut Sunder holten es jetzt ab.

Rund 120 Tiere würden dem Hofstaat der Königin angehören, sagt Peter Schütte, der für die Filmtechnik auf Gut Sunder verantwortlich ist. „In nur wenigen Tagen haben die Insekten einen vier Waben-Balkon mit einer Art Papier ummantelt“, berichtet Schütte. Zugleich betont er, dass die fleißigen Tiere keine Gefahr für Menschen darstellen: „Üblicherweise greifen sie Menschen nicht an, sie haben auch kein Interesse an süßen Speisen“, erläutert Schütte. Hornissen jagen im Wesentlichen kleinere Insekten, wie Fliegen, Mücken oder Wespen. Davon braucht ein typisches Hornissenvolk rund ein halbes Kilo pro Tag. Die Tiere werden nur dann aggressiv, wenn man sich näher als drei bis fünf Meter an ihr Nest heranbewegt. Dass viele Menschen dennoch Angst vor Hornissen haben, führt Schütte auf die schmerzhaften Stiche zurück: „Die Giftdosis ist gering, aber schmerzhaft. Außerdem ist der Stachel sehr lang.“

Im kommenden Winter sind alle Bewohner tot – das ist der Lauf der Natur. Überleben wird nur die Jungkönigin, die im nächsten Jahr das neue Nest aufbauen wird.

Besuch bei den Hornissen: Führungen gibt es im Tierfilmzentrum im NABU Gut Sunder nach vorheriger telefonischer Anmeldung unter (05056) 970134.

Von Christian Uthoff