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Winsen Igelstation in Meißendorf zieht "Notbremse"
Celler Land Winsen Igelstation in Meißendorf zieht "Notbremse"
18:29 01.03.2017
Zusammen mit Tochter Anne betreibt Renate Melchior (Foto) die Igelstation. Bald müssen Tierfreunde einen längeren Weg auf sich nehmen, um die Stacheltiere abzugeben. Quelle: Alex Sorokin
Meißendorf

"Wir machen dicht", lautet die knappe Antwort von Melchior. Damit schließt die letzte amtlich vom Veterinäramt abgenommene Igelstation im Celler Raum. Die nächsten zertifizierten Stationen seien in Hamburg und Laatzen, so Melchior. Ein Nurdachhaus mit 70 Quadratmetern ist für die Tiere in Not ein festes Zuhause geworden. Doch Platzprobleme erschweren die Arbeit von Melchior, die zusammen mit ihrer Mutter die Igelstation betreibt. Ihren Humor hat die Meißendorferin trotzdem nicht verloren. "Die Tiere wohnen nicht bei uns, sondern wir bei ihnen."

Die Tiere seien voll in den Tagesablauf integriert. Käfighaltung gebe es, außer bei den Nagetieren nicht. "Wir platzen aus allen Nähten", so Melchior. Die letzte Hoffnung die Station weiterzuführen, wurde nun begraben. Es hatte sich ein Investor gefunden, der für den Verein eine passende Immobilie kaufen wollte – ein Waldgrundstück mit großzügigen 12.000 Quadratmetern. Seit drei Jahren versucht sie, Unterstützer zu finden, die neue Räumlichkeiten finanzieren könnten. Bisher ohne Erfolg.

"Der Notartermin war gemacht, die Angebote für die Sanierungsarbeiten eingeholt, alles war unter Dach und Fach", sagt Melchior. Ein Gesamtvolumen von knapp 300.000 Euro hätten die Investitionen umfasst. Hätten, denn als bekannt wurde, dass durch Straßenarbeiten weitere erheblichen Kosten auf den Investor zukämen, haben sie die "Notbremse" gezogen, wie Melchior es bezeichnet. "Wir wollen weitermachen", betont die Meißendorferin. Sie korrigiert sich: "Besser, einen Neustart wagen". Seit 2007 gibt es die Igelstation in Meißendorf, die das ganze Jahr rund um die Uhr erreichbar ist.