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Winsen Inklusion: Winsener Schulen schließen Kooperationsvertrag
Celler Land Winsen Inklusion: Winsener Schulen schließen Kooperationsvertrag
19:23 21.11.2014
Die Schüler der 5c waren Zeugen: Cornelia Bruns-Haun von der Förderschule Astrid Lindgren und Bodo Theel, Schulleiter der Oberschule Winsen, haben ihre Kooperation offiziell gemacht. Gestern unterzeichneten sie einen Vertrag, der die gegenseitige Unterstützung regelt.  Quelle: Johanna Müller
Winsen (Aller)

Gemeinsam wurden Kerzen, Deko-Sterne und Badesalz hergestellt. Dass in dem Gewusel in den Klassenräumen auch Schüler mit Handicap dabei waren, ist auf den ersten Blick gar nicht aufgefallen. Und doch besuchen insgesamt 43 Schüler, die in manchen Bereichen Einschränkungen haben, die inklusive Schule im Allertal.

„Wir haben hier keine Rollstuhlfahrer, aber wir haben Kinder mit Unterstützungsbedarf zum Beispiel beim Lernen oder beim Sprechen“, erklärt Oberschuldirektor Bodo Theel. Um diese auch weiterhin gut zu betreuen, hat die Oberschule jetzt mit der Förderschule Astrid Lindgren einen Kooperationsvertrag geschlossen. Gestern haben die Schulleiter Cornelia Bruns-Haun von der Astrid-Lindgren-Schule und Theel unter den Augen von Winser Schülern den Vertrag unterzeichnet. Diese Zusammenarbeit ist im Kreis Celle einmalig.

Zum 1. August 2013 wurde die inklusive Schule verbindlich eingeführt. Seitdem müssen Schulen auch Kinder aufnehmen, die früher zu Förderschulen gegangen wären. Um diese besser betreuen zu können, werden vom Schulträger mehr Lehrerstunden ermöglicht. Doch oft reicht die Ausbildung der Pädagogen nicht aus, um den Anforderungen der Schüler mit Handicap gerecht zu werden.

Deswegen arbeitet die Oberschule Winsen sehr eng mit der Astrid-Lindgren-Schule in Winsen zusammen. „Die Beratung durch die Förderschule ist ein ganz großes Thema in der Zusammenarbeit“, sagt Theel. Die große Herausforderung für die Lehrer ist es den Unterricht so zu gestalten, dass sowohl die Förderschüler als auch Gymnasiasten angemessen unterrichtet werden.

„Es läuft ganz gut“, sagt Lehrerin Stefanie Smolka. Sie unterrichtet eine Schülerin, die Sprachförderung benötigt. „Intellektuell kommt sie gut mit, kann sich aber nicht so gut ausdrücken. Man muss auf die Kinder eingehen“, erklärt sie.

Eine gemeinsame Fortbildung mit Oberschullehrern und den zehn Lehrern der Astrid-Lindgren-Schule gab es bereits. Im Kooperationsvertrag ist nun festgehalten, wie sich die Schulen weiterhin unterstützen. „Eine zweite Fortbildung ist geplant“, sagt Bruns-Haun. „Bei der Arbeit mit den Schülern mit Handicap kann nichts falsch gemacht werden. Nur eins ist dazu wichtig: Mut“, so Theel.

Von Johanna Müller