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Winsen Iraker darf Winser Bürgerbus nicht fahren
Celler Land Winsen Iraker darf Winser Bürgerbus nicht fahren
04:47 16.02.2018
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Nach der Veröffentlichung hatte sich die Winser AfD-Fraktion zu Wort gemeldet und auf die Zwei-Jahres-Frist hingewiesen. „Wir sind entsetzt über diese Verantwortungslosigkeit“, wird die Fraktionsvorsitzende Susanne Rotermund in einer Mitteilung zitiert. „Hier wird nicht nur geltendes Recht außer Kraft gesetzt, es wird auch wissentlich und billigend eine Gefährdung der Fahrgäste in Kauf genommen“, so Rotermund. Es könne nicht sein, dass „Dritte für eine Integration auf Biegen und Brechen wissentlich gefährdet werden.“ Die AfD erwarte, "dass die für die Fahrgastbeförderung geltenden Sicherheitsstandards konsequent eingehalten werden“, so Rotermund. Auf der Facebook-Seite der Winser AfD-Fraktion ist zudem von "Integrationswahnsinn" die Rede.

Krizsan zeigte sich erschüttert. Zunächst bezeichnete er das AfD-Vorgehen als "Hetze". "Ich finde es sehr bedauerlich und befremdlich, dass das Engagement des Kriegsflüchtlings Mohammed Al Hamdani für die Gemeinde Winsen derart verleumdet wird", sagte der frühere Ratsherr, der den Bürgerbus im Jahr 2004 als ersten im Landkreis Celle ins Leben gerufen hatte. Später ruderte Krizsan auf Facebook zurück und räumte eigene Fehler ein. "Es tut mit leid. Ich wusste nicht, dass zwischen dem Erwerb des Führerscheins B und dem Erwerb des Personenbeförderungsscheins laut Gesetz zwei Jahre liegen müssen. Für Mohammed ist das sehr bitter. Das Ganze ist sehr traurig, er wollte uns doch Gutes tun", schrieb Krizsan.

Beim Landkreis äußerte man sich aus Datenschutzgründen nicht zum Einzelfall. Kreisrat Gerald Höhl bestätigte aber, dass es notwendig sei, zwei Jahre einen deutschen oder europäischen Führerschein zu haben, ehe man Bürgerbus fahren darf. Ausnahmen gebe es nicht. Ein Fahrer muss neben dem Führerschein ein polizeiliches Führungszeugnis, ein ärztliches und ein augenärztliches Gesundheitszeugnis sowie einen Personenbeförderungsschein vorlegen, ergänzte Landkreis-Sprecher Tore Harmening.

Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann sagte, es sei völlig in Ordnung, dass die AfD die rechtliche Seite anmahne. Offenbar sei ein Fehler passiert. "Dass die AfD aber von 'Integrationswahnsinn' spricht, ist völlig fehl am Platz", so der Bürgermeister. Er lobte das Engagement des Flüchtlings, der seit Ende 2015 in Winsen lebt. Oelmann: "Er will sich ehrenamtlich engagieren und der Gemeinde etwas zurückgeben. Dass die AfD so ein Ding draus dreht, finde ich arm."

Der Winser Bürgerbusverein hat einen neuen Fahrer: Mohammed Al Hamdani. Anfang Februar saß er das erste Mal hinter dem Steuer des rotweißen Kleinbusses, um Fahrgäste aus den Winser Außendörfern in den Kernort und zurück zu fahren. Es ist das erste Mal in der über 13-jährigen Geschichte des Winser Bürgerbusses, dass ein Migrant am Steuer sitzt. Vereinsgründer Julius Krizsan glaubt, dass Mohammed Al Hamdani im gesamten Landkreis Celle der einzige Flüchtling ist, der einen Bürgerbus fährt.

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