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Winsen Jugendzentrum: Winser Rat stimmt für CDU-Antrag - Krizsan verlässt Grünen-Fraktion
Celler Land Winsen Jugendzentrum: Winser Rat stimmt für CDU-Antrag - Krizsan verlässt Grünen-Fraktion
21:10 04.07.2014
Von Christopher Menge
Winsen braucht einen Hort: Diese Forderung - machten Eltern vor der Ratssitzung deutlich. Quelle: Christopher Menge
Winsen (Aller)

Nach der Ratssitzung konnte Randy Bartels, Elternratsvorsitzende der Grundschule Winsen, nur noch mit dem Kopf schütteln. „Seit zwei Jahren geht das jetzt so“, sagte sie resignierend, „ich bin total enttäuscht.“ Zuvor hatte der Gemeinderat den Antrag der Verwaltung, einen Anbau an der Turnhalle zu realisieren, in dem Nachmittagsbetreuung und Jugendzentrum einen Platz finden, abgelehnt. „Die Erwartung der Eltern war, dass dieser Plan umgesetzt wird“, sagte Bartels.

Immerhin traf der Rat aber dieses Mal einen Beschluss. Der Antrag der CDU, das Schulgebäude zu erweitern und dort neben dem Hort ein maximal 100 Quadratmeter großes Jugendzentrum zu installieren, wurde angenommen. Zudem soll ab dem neuen Schuljahr eine Betreuung bis 17 Uhr durch Mitarbeiter der VSE gewährleistet sein. Neben der CDU und der UWG stimmten auch Dorothea Voßberg-Berger und Robert Scheer von den Grünen für diesen Antrag. Aus diesem Vorgang zog Grünen-Urgestein Julius H. Krizsan am Freitag seine Konsequenzen. Er beantragte die Aufnahme in die SPD-Fraktion. „In der letzten Ratssitzung stimmten die beiden anderen Mitglieder der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ohne weitere Begründung gegen den gut durchdachten Antrag von Bürgermeister, Verwaltung und SPD-Fraktion“, begründete Krizsan, „dabei wurde dieser von vielen Eltern der Grundschule, den Lehrern und allen in der Jugendarbeit tätigen befürwortet.“ Eine solche Politik entspräche nicht den grünen Zielen. „Diese Haltung ist Verweigerung, emotionale Ablehnung und irrationaler Protest. Das war nicht meine Politik in den vergangenen 33 Jahren“, sagte Krizsan.

Bartels kritisierte, dass sich einige Ratsmitglieder nicht sachlich mit dem Thema auseinandergesetzt hätten. „Es gab eine öffentliche Abfrage – der Bedarf einer Hortbetreuung ist da. Wenn dann nach Zahlen verlangt wird, dreht sich mir der Magen um“, sagte die Schulelternratsvorsitzende, „ich habe den Eindruck, dass die Niederschriften der Ausschusssitzungen gar nicht gelesen werden.“ Mit dieser Kritik meinte Bartels vor allem Hans-Günther Grunke, der forderte, erst einmal die Zahlen bis zu den Sommerferien abzufragen. Der CDU-Politiker sorgte mit einer weiteren Aussage für Verwirrung. Ein zusätzlicher Container könne für den Übergang – zwei bis vier Jahre – eine Lösung für das Jugendzentrum sein. Danach stimmte er aber für den CDU-Antrag und damit für ein kleines Jugendzentrum im geplanten Anbau. „100 Quadratmeter für ein Jugendzentrum sind viel zu wenig und mit dem Anbau an die Schule zerschneiden wir das ganze Gelände“, sagte Bürgermeister Dirk Oelmann (SPD), der bis zum Ende immer wieder versuchte, die Ratskollegen von seinem Antrag zu überzeugen – ohne Erfolg, „der Anbau macht keinen Sinn, auch weil wir gerade viel Geld für die Wände und den Schulhof ausgegeben haben.“

Vor der Sitzung hatten gut 30 Eltern und Kindergartenkinder die Ratsmitglieder mit Plakaten und dem Ruf „Winsen braucht einen Hort – sonst sind wir alle fort“ empfangen. „Wenn beide Eltern berufstätig sind, ist es enorm wichtig, dass eine Betreuung nach der Schule gewährleistet ist“, sagte die betroffene Mutter Nadine Golisch, „in der Krippe und im Kita waren die Kinder immer bis 17 Uhr versorgt.“