Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Kabarett in Winsen: Bissiger Streifzug durch das digitalisierte Leben
Celler Land Winsen Kabarett in Winsen: Bissiger Streifzug durch das digitalisierte Leben
20:42 27.05.2018
Rasanter Wortwitz: Katalyn Bohn in Winsen. Quelle: Christina Matthies
Winsen (Aller)

Bei Bohns bissigem Streifzug durch das Dilemma eines voll digitalisierten Lebens blieb das Smartphone ausgeschaltet – und am Ende ihres gut eineinhalbstündigen Auftritts wohl kaum ein Zuschauer-Auge trocken.

Geschickt und mit rasantem Wortwitz schlüpft die ausgebildete Schauspielerin und Pantomimin von einer Rolle in die nächste: Sei es das neunmalkluge Stadtkind, von den Eltern auf einen Therapie-Bauernhof geschickt, weil es – nach dem Genuss verbotener Gummibärchen unter Zuckerschock stehend – „Kimberley-Ann mit dem Tablet eins übergezogen hat“, und noch nicht mal einen Regenwurm von einer Giftschlange unterscheiden kann.

Sei es die vernetzte Mutter, die ihre pubertierenden Sprößlinge mit „echt coolen“ YouTube-Videos erziehen, und ihnen so den Nutzwert von Staubsauger, alkoholfreiem Bier oder Kondomen nahebringen will („Tschüssi und Tussibussi!“). Oder die überspannte Diva, die einen urkomischen Song über die Errungenschaften der modernen Technik schmettert („Wir bleiben halbwegs froh, mit Sitzheizung am Po“). Das Lied sei ihr im Auto eingefallen, scherzt Bohn später, und überhaupt sei das mit den intelligenten Fahrzeugen ja eine tolle Sache: „Bald erkennt die Sitzheizung nämlich auch, ob deine Hose sauber ist, und nimmt notfalls eine Dampfreinigung vor.“

Trotz aller Komik haben ihre Texte aber immer auch eine Portion Gesellschaftskritik. So lädt die Wiesbadenerin zu einem Rundgang durch das örtliche „Krankenhaus-Start-Up“ ein, in dem Geburts- und Palliativstation aus Effizienzgründen dicht beieinander liegen: „In unserem großen Schwimmbecken sind dann sowohl Wassergeburten als auch Seebestattungen möglich“. Spätestens an dieser Stelle könnte dem Zuschauer da das Lächeln gefrieren, würde Bohn ihre scharfzüngigen Pointen nicht mit einem charmanten Augenzwinkern servieren.

„Wahnsinn“, „zu komisch“, oder „unglaublich vielseitig, diese Frau“ heißt es nach der Vorstellung aus den Reihen des Publikums, das den Abend mit donnerndem Applaus quittiert. Katalyn Bohns Humor kommt an im Kulturcafé – die Winser hoffen ein Wiedersehen.

Von Christina Matthies

Emely Ahlden, amtierende Meißendörfer Heidekönigin hat am Dienstag schon einmal viel Farbe auf die Heidefläche gebracht. Am 26. August hofft auch sie auf eine üppige, lila blühende Krönungsfläche. Dann wird die hübsche Heidekönigin ihre Krone an ihre Nachfolgerin überreichen.

24.05.2018

Auf dem Dünenhügel bei Winsen wird vermutlich seit mehr als 400 Jahren Getreide gemahlen. Heutzutage ist die Bockwindmühle vor allem bei Touristen beliebt.

23.05.2018

Siegfried Kott trägt derzeit gerne Frauenkleider. „Ich habe Damenschuhe Größe 44 über Ebay gekauft. Und als ich sie beim Verkäufer abgeholt habe, habe ich gleich nach dem passenden Kleid dazu gefragt“, erinnert sich der 56-Jährige lachend an die Episode. Er konnte aber seine „Gelüste“ erklären, bevor sein Gegenüber auf falsche Gedanken kam. Denn Kott ist einer der Laienschauspieler der Scheunenrevue Winsen. Die Truppe probt seit Februar das Stück „Charleys Tante“. Und der Polizeibeamte ist einer der beiden Akteure, die die Rolle des Lord Fancourt Babberley spielt, der in die Rolle der Tante schlüpfen muss.

Jürgen Poestges 22.05.2018