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Winsen Kreisaltenheim: Mitarbeiter sollen Beitrag leisten
Celler Land Winsen Kreisaltenheim: Mitarbeiter sollen Beitrag leisten
17:38 17.11.2010
Von Simon Ziegler
Winsen

Andreas Rös macht sich Sorgen um die Zukunft der Belegschaft. „Es gibt auch eine soziale Verantwortung für die Mitarbeiter“, sagte der stellvertretende Personalratschef des Winser Kreisaltenheims am Dienstag im Sozialausschuss des Landkreises und spielte auf die möglichen finanziellen Belastungen an. Das für 2011 erwartete Defizit von gut 20000 Euro sei relativ wenig im Vergleich zu dem, was an anderer Stelle akzeptiert werde, argumentierte Rös.

Das Kreisaltenheim in Winsen, das einzige in Trägerschaft des Landkreises Celle, erwirtschaftet längst keine „Schwarze Null“ mehr. Die Einrichtung ist seit 2008 defizitär, so dass sich inklusive des kommenden Jahres ein Defizit von nahezu 180000 Euro anhäufen wird. Laut Erstem Kreisrat Matthias Krüger sind dafür die im Vergleich zu privaten Heimen hohen Personalkosten verantwortlich. Denn der Landkreis zahlt nach Tarif. 23 der 37 Mitarbeiter werden noch nach dem alten Bundesangestelltentarifvertrag vergütet, die anderen nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst. Die Folge: Wenig Fluktuation der Mitarbeiter, das Haus hat einen guten Ruf. Es hat aber auch finanzielle Schwierigkeiten.

Weil die Kosten so hoch sind, ist der Träger auf eine sehr hohe Auslastung der Zimmer angewiesen. Zuletzt hat es Probleme gegeben, die nicht mehr zeitgemäßen Doppelzimmer zu vergeben. 1,7 Millionen Euro sollen daher 2011 in die Hand genommen werden, um sie in Einzelzimmer umzubauen. Um weiterhin 48 Bewohnerplätze anzubieten, ist ein Anbau geplant. So wollen es Politik und Verwaltung.

Zudem soll Geld bei den Mitarbeitern gespart werden. Im Gespräch ist ein sogenannter Notlagentarifvertrag. Diese Regelung sieht vor, dass bis zu drei Jahre die Gehälter um fünf Prozent gekürzt werden. Dies gilt aber nur für den Fall, dass am Ende des Jahres tatsächlich ein Minus steht. Und die Vereinbarung tritt nur ein, wenn die Mitarbeiter zustimmen.

Genau darüber hat gestern die Belegschaft in Winsen beraten. Andreas Geschwentner, Geschäftsführer des Seniorenheims, sagte, dass sich die Mitarbeiter dafür ausgesprochen haben, dass der Kommunale Arbeitgeberverband und die Gewerkschaft Verdi Verhandlungen führen. Ein Notlagentarifvertrag würde für die Mitarbeiter erhebliche Einbußen bedeuten. Geschwentner rechnete aus, dass eine Pflegefachkraft je nach Vertrag mit monatlichen Brutto-Einbußen von bis zu 160 Euro rechnen müsste.

Die Politik machte am Dienstag parteiübergreifend klar, dass man weiter hinter dem Altenheim in Trägerschaft des Landkreises stehe. Landrat Klaus Wiswe begrüßte die einstimmigen Beschlüsse im Sozialausschuss. „Die Kreisverwaltung will ihr Altenpflegeheim zukunftsfest machen. Hierzu müssen alle Beteiligten ihren Beitrag leisten“, so Wiswe.