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Winsen Lebenslang für Cuxhavener Campingplatz-Mörder
Celler Land Winsen Lebenslang für Cuxhavener Campingplatz-Mörder
17:06 01.02.2010
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Der Angeklagte hatte bei Prozessauftakt zugegeben, aus enttäuschter Liebe Ende August 2009 seine 27 Jahre alte Ex-Freundin Nadine T. und deren gleichaltrige Bekannte Anne G. erstochen zu haben. Die Verteidigung ließ offen, ob sie Rechtsmittel einlegen wird. Die beiden Freundinnen hatten beide in Winsen gelebt. Nadine T. stammt aus Einbeck und lebte ab 2006 in Wieckenberg und zog im April 2008 nach Winsen. Ihre Freundin Anne G. zog im Jahr 2008 aus Laatzen nach Winsen.

Als die Kammer das Urteil verkündet, schließt der Angeklagte die Augen. Während der 30-Jährige bei vorherigen Prozesstagen immer wieder in Tränen ausbrach, wirkt er nun wie versteinert. Das Gericht folgt mit der lebenslangen Freiheitsstrafe der Forderung von Staatsanwaltschaft und Nebenklage und nicht der Verteidigerin, die auf zweifachen Totschlag plädiert. Immer wieder hatte der Angeklagte erklärt, wie sehr er die Tötung der zwei Frauen bereue. Zudem erklärte er sich bei einem Vergleich bereit, insgesamt 100000 Euro Schmerzensgeld an Nadines und Annes Eltern und Geschwister zu zahlen.

In der Urteilsbegründung zeichnet der Richter nach, wie es zu dem Verbrechen kam: Im August 2008 lernt der Angeklagte Nadine über das Internet kennen, ein halbes Jahr später werden sie ein Paar. Doch schon nach wenigen Monaten zerbricht die Beziehung, weil sich die junge Frau eingeengt fühlt. Der ruhige Mann, der nie wegen einer Gewalttat auffiel, spioniert ihr nun eifersüchtig hinterher. Die Kammer ist überzeugt, dass der nicht Vorbestrafte glaubte, Nadine verbringe ihren Urlaub an der Nordsee mit einen anderen Mann. Deshalb habe er sich mit dem Messer auf den Weg von seinem Wohnort Peine nach Cuxhaven gemacht. Mitten in der Nacht habe er sich in den Wohnwagen geschlichen. Es könne durchaus sein, dass die überraschte Nadine ihren früheren Freund dann beleidigt habe, so der Vorsitzende Richter. Daraufhin habe der Mann immer wieder auf sie eingestochen. Die um Hilfe schreiende Anne habe der 30-Jährige ermordet, damit das Verbrechen an Nadine nicht entdeckt werde, ist die Kammer überzeugt. Der Angeklagte sei schuldfähig. „Die Familien sind erleichtert“, sagt Nebenklagevertreter Steffen Hörning.