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Winsen Lindhorst stellt umstrittenes Großprojekt in Walle vor
Celler Land Winsen Lindhorst stellt umstrittenes Großprojekt in Walle vor
17:09 05.02.2010
Von Simon Ziegler
Walle

Angesichts des in Walle sehr umstrittenen Projekts rechne man mit mindestens 200 Bürgern, sagte gestern der Winser Verwaltungsvize Berthold Walter. „Das Thema ist emotional stark aufgeladen. Uns geht es darum, die nötigen Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen“, so Walter. Er verwies darauf, dass es bislang zwischen Investor und Gemeinde nur Vorgespräche gegeben habe. Walter: „Es liegen weder Anträge zur Änderung des Flächennutzungsplans noch zur Aufstellung eines Bebauungsplans vor.“ Am Donnerstag wird zunächst die Investorengruppe das Vorhaben vorstellen. Anschließend besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Wie der Schlachthof in Wietze wird auch das „Ökologische Gewerbegebiet Walle“ von Teilen der Bevölkerung strikt abgelehnt. Im November des vergangenen Jahres hatte Lindhorst zunächst Orts- und Gemeinderat über seine Pläne informiert. In der Sandkuhle Walle sollen eine Zwei-Megawatt-Biogasanlage sowie eine Produktionsstätte der Firma „Sand und Kies“ entstehen. Zudem will dort die Lindhorst Garten- und Landschaftsbau GmbH Resthölzer zu Brennstoffpellets verarbeiten. Es sollen rund eine Handvoll neuer Arbeitsplätze entstehen. Lindhorst hatte vor den Politikern im November angekündigt, die Waller Bevölkerung Anfang des Jahres 2010 umfassend zu informieren.

Im Dezember hatte sich die „Bürgerinitiative gegen die Errichtung eines Gewerbegebietes nordwestlich von Walle“ gegründet. Inzwischen haben rund 380 Bürger gegen das Gewerbegebiet unterschrieben, sagte der Waller Ortsbürgermeister Reiner Wilke (SPD), der sich mit dem FDP-Politiker Albrecht Hoppenstedt an die Spitze des Protestes gesetzt hatte. Die Kritiker fürchten eine Zunahme des Mais-Anbaus sowie eine erhebliche Verkehrsbelastung. Erwartet wird, dass die Bürgerinitiative am Donnerstag zahlreich vertreten ist.

Schlagzeilen machte zuletzt Lindhorst, als er sich beleidigend über Wilke und Hoppenstedt äußerte. Zudem drohte er dem Waller Ortsbürgermeister mit rechtlichen Schritten, weil der behauptet hatte, es würden sich Vorgänge häufen, dass Lokalpolitiker von Lindhorst unter Druck gesetzt würden.