Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Lösung für Bannetzer Schleusenhaus?
Celler Land Winsen Lösung für Bannetzer Schleusenhaus?
16:54 22.07.2014
Ex-Ortsbürgermeister Mebus Geyh (Fünfter von links) und die Winser Heimatpfleger baten die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (Dritte von links), mit Vertretern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, des Wasser- und Schiffahrtsamtes Verden und Bürgermeister Dirk Oelmann (Vierter von links) die Zukunft des historischen Schleusenwärterhauses zu besprechen. Quelle: Lothar H. Bluhm
Bannetze

Vor dem über 100 Jahre alten Fachwerkhaus an der Schleuse verständigten sich jetzt alle Beteiligten auf ein gemeinsames Vorgehen. In drei Schritten wollen sie sich dafür einsetzen, dass das Gebäude, das seit drei Jahren leer steht, als touristischer Knotenpunkt am Allerradweg genutzt werden kann. Denkbar wären ein Kanu- und Fahrradverleih, eine Station für Wanderer und eine Heimatstube.

Zunächst wird das bereits vorliegende Wertgutachten von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben präziser hinterfragt und die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (SPD), die auch Obfrau im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur ist, will auf politischer Ebene Einfluss ausüben. Parallel dazu spricht die Gemeinde Winsen mit möglichen Investoren, um zum Jahresende zuverlässige Perspektiven entwickeln zu können. Im Frühjahr könnten dann Gebäude und Grundstück im Wege der Erbpacht übernommen werden.

Sofort nach Vertragsschluss beginnt dann der Prozess der Bauleitplanung, um die Voraussetzungen für die gewerbliche Nutzung des Areals zu erfüllen. Das Gebäude ist für Schleusungsvorgänge an der Bundeswasserstraße seit Jahren nicht mehr erforderlich.

„Die Bannetzer Bürger wollen sich den Verlust dieses aus insgesamt vier Elementen bestehenden denkmalgeschützten Ensembles nicht vorstellen“, wiederholte Ex-Ortsbürgemeister Mebus Geyh seine Einschätzung am Rande der Sitzung, nachdem im Aller-Leine-Tal mit Mitteln der Landesregierung und des Landkreises Celle viele positive Aktivitäten entfaltet worden sind. Immerhin ist der Landkreis Celle gerade für sein gut ausgebautes Radwegenetz gelobt worden. Die Schleuse, das Wehr, die Zuwegung und das Schleusenwärterhaus sind in einer Liste als Denkmal-Ensemble registriert.

Für den Bannetzer Heimatpfleger Harry Fricke ist das jetzt verabredete Vorgehen der richtige Weg, „der hoffentlich zu einem guten Ende führt.“ Zumal die Steuerzahler allein der Abbruch rund 30.000 Euro kosten würde. „Und das ist doch nicht nötig, wenn eine sinnvolle Nachnutzung ermöglicht wird.“

Wenn die einzelnen Aktionsstufen nicht gelingen sollten, droht letztlich doch die Abrissbirne, denn das Haus steht baurechtlich im Außenbereich. Eine anderweitige Nutzung ist nur auf diesem jetzt fixierten Weg möglich.

Von Lothar H. Bluhm