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Winsen Ministerpräsident Weil in Winsen: "Bildung sollte nichts kosten"
Celler Land Winsen Ministerpräsident Weil in Winsen: "Bildung sollte nichts kosten"
16:02 03.06.2017
Von Simon Ziegler
Ministerpräsident Stephan Weil (rechts) machte am Samstag eine Tour durch den Kreis Celle. Der Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt moderierte den Bürgerbrunch.  Quelle: Oliver Knoblich
Winsen (Aller)

"Auf ein Wort mit Stephan Weil" hieß die Veranstaltung in der Fleischerei Kleinschmidt, zu der etwa 30 Bürger kamen. Es war ein Heimspiel für den Winser SPD-Landtagsabgeordneten Maximilian Schmidt – in doppelter Hinsicht. "Mit 15 Jahren habe ich hier als Tellerwäscher angefangen", führte er als Moderator launig in das eineinhalbstündige Gespräch ein.

Für Weil war es innerhalb weniger Wochen der zweite Besuch im Kreis Celle, nachdem er im April in Hambühren beim Bürgerdialog zu Gast war. Weils Tour durch das Celler Land begann am Samstagmorgen im Nordkreis, wo er sich einen Schnuckenhof in Niederohe und eine Biogasanlage in Weesen angesehen hatte. Nach dem Bürgergespräch in Winsen hatte sich Weil beim Tag der Vereine und beim Festakt zum 725-jährigen Bestehen der Stadt Celle angekündigt.

Beim Bürgerbrunch war Weil mitunter bereits im Wahlkampf-Modus. Viereinhalb Jahre regiere er nun in Niedersachsen. Für ihn ist klar: "Es waren gute Jahre für Niedersachsen." Gründe führte er einige auf: Höchststand bei sozialversicherungspflichtigen Jobs, niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes ein Haushalt ohne neue Schulden und die Abschaffung der Studiengebühren.

Weil bekräftigte, dass unter seiner Führung in der kommenden Legislaturperiode – die letzten Umfragen sahen allerdings die CDU klar vorne – die Kita-Gebühren abgeschafft werden sollen. "Bildung sollte kein Geld kosten", erklärte der Ministerpräsident, "wir wollen Anreize schaffen, dass junge Familien Kinder bekommen". In der Jugendarbeit ermunterte er die Kommunen, an gemeindlichen Angeboten festzuhalten.

Ein großes Thema war die Verkehrsbelastung, die Mario von der Tann aus den Reihen der Zuhörer ansprach. Sowohl die A2 als auch die A7 sind die Sorgenkinder in Niedersachsen. Staus zwischen Hannover und Hamburg haben oft zur Folge, dass Autofahrer über den Celler Westkreis und mitten durch Winsen ausweichen. Just während des Bürgerbrunchs war das zu spüren. Auf der A7 waren 20 Kilometer Stau, wie Schmidt sagte. Er erneuerte seine Forderung, in diesen Fällen die Platzrandstraße zu öffnen, um die Dörfer und Gemeinden zu entlasten.

Bernd Skoda wollte wissen, wie es in Sachen ÖPNV weitergeht. Weil glaubt, dass in Zukunft flexible Rufbusse eingesetzt werden könnten. "ÖPNV-Preise mit dem Taxi-Standard verbinden", in diese Richtung könnte es gehen, sagte der Ministerpräsident. Das Schlusswort hatte Gastgeber Heiner Kleinschmidt. Er wünscht sich von der Politik "30 Prozent weniger Bürokratie". Dass dieser Wunsch in Erfüllung geht, wollte Stephan Weil aber nicht versprechen.