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Winsen Mit Leichtigkeit und doch präzise: Andenmusik im „Grooden Hus“
Celler Land Winsen Mit Leichtigkeit und doch präzise: Andenmusik im „Grooden Hus“
13:37 20.05.2014
Das bolivianische Ensemble „CantoSur“ gab ein Konzert im Winser „Dat Groode Hus“. Quelle: Gert Neumann
Winsen (Aller)

Unter der Leitung des Musik-Urgesteins Vicente Vargas Martinez stellten die Musiker unter dem Motto „Kollasuyo Manta“ ihre Musik, Kultur und Instrumente vor. Wobei „Kollasuyo Manta“ auf ihre Heimat im ehemaligen Inkareich verweist.

„Canto Sur“ ist Teil einer Musikschule, die sich besonders um die Vermittlung der Andenmusik an Kinder aus den armen Stadtrandgebieten von Sucre verdient macht. Den Kontakt zur Musikschule in Sucre stellte der Celler Kreistagsabgeordnete Julius H. Krizsan her, der fünf Jahre an der Deutschen Schule in der 200.000-Einwohner-Stadt unterrichtet hat. Da Krizsan auch im Verein „Jugend-Bildung-Hilfe in Bolivien“ ehrenamtlich mitarbeitete, fand sich schnell eine Einrichtung, die das Projekt einschließlich der reisenden Musikgruppe vorfinanziert.

Das Konzert wurde mit klassischer Andenmusik auf historischen Instrumenten eröffnet. Ungewohnte Klänge der Chachchach, einer aus Ziegenkrallen bestehenden Rassel oder die Charanga, die Lauten ähnlich aus dem Körper eines Gürteltieres gefertigt wird, animierten das Publikum zum spontanen Mitklatschen.

Jüngstes Ensemblemitglied ist übrigens der 15-jährige Alex Padilla, der die Panflöte mit einer leidenschaftlichen Leichtigkeit beherrscht. Besonders angenehm: Hegson Vargas, das in Deutschland lebende Mitglied der Gruppe moderierte zwischen den Stücken und entführte so in eine fremde Welt.

Nach der Pause boten die Indio-Nachfahren eigene Kompositionen und dies auch auf modernen Instrumenten. Auf ihre Blasinstrumente mussten sie allerdings verzichten. Mit denen war ein Taxifahrer am Flughafen in Sucre durchgebrannt. Wiedersehen möchte man jedoch die Andenmusiker. Ihre Leistung war beeindruckend, von einer großen Leichtigkeit und doch präzise.

Von Gert Neumann