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Winsen Platzt der Winser Aldi-Deal noch?
Celler Land Winsen Platzt der Winser Aldi-Deal noch?
17:25 05.07.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Anne Friesenborg
Winsen (Aller)

Bürgermeister Dirk Oelmann warnt vor den Konsequenzen. „Wenn es dazu käme, würde alles rückabgewickelt. Dann würde das gesamte Spiel von vorne beginnen. Das wäre völlig irre“, sagt er. Der Verwaltungschef betont den Zusammenhang zwischen dem Aldi-Deal und dem Bau der neuen Dreifeldhalle hinter der Oberschule. Nach CZ-Informationen bekommt der Landkreis für den Verkauf des alten Hauptschulgeländes von Aldi 1,2 Millionen Euro. Damit will der Kreis seinen Anteil an der neuen Sporthalle finanzieren, heißt es.

Während für Oelmann bei einem negativen Votum der gesamte Sportpark infrage stehen würde, sieht das sein Konkurrent um das Bürgermeisteramt völlig anders. „Der Landkreis braucht die neue Halle für den Schulsport. Er gibt so oder so Geld dazu“, sagt Hemme. Er räumt allerdings ein, dass es weniger Geld sein könnte als bisher ausgemacht.

Rückblick: Um die Pläne rund um Aldi, den Abriss der alten Halle und die Nutzung des Haesler-Gebäudes als Haus der Vereine war lange gerungen worden. Nachdem es eine Bombendrohung gegeben hatte, konnte der Gemeinderat der alten Wahlperiode nicht mehr über die Pläne abstimmen. Im neuen Rat stehen sich seit Ende 2016 zwei gleichstarke Blöcke gegenüber. Das Gremium stellte dann im Dezember 2016 mit 15 zu 13 in einem Grundsatzbeschluss die Weichen und votierte für den Aldi-Deal – allerdings nur, weil zwei CDU-Mitglieder fehlten. Über die Bauleitplanung, also die Feinplanung des konkreten Bauvorhabens, wurde damals noch nicht abgestimmt. Darüber wird seit Monaten beraten. Es geht zum Beispiel um die Zufahrten und Details des Supermarkt-Gebäudes. Der Aldi-Neubau könnte auf bis zu acht Meter an den Haesler-Bau heranrücken, sollte der Discounter seine Option ziehen und eine Verkaufsfläche von 1400 Quadratmeter anvisieren.

Die CDU war nie ein Freund der Idee, dass Aldi einen neuen Markt auf dem alten Hauptschulgebäude baut. Die Christdemokraten hatten 2016 beantragt, dass die Gemeinde das gesamte Gelände vom Landkreis erwirbt. „Ich habe in Winsen noch niemanden getroffen, der versteht, warum Aldi ein paar hundert Meter weiter ziehen muss“, sagt jetzt Hemme. „Der Rat hat sich festgelegt“, betont dagegen Oelmann.

Vor der Bürgermeisterwahl am 21. Oktober wird die Winser Politik nicht mehr über das Thema beraten. Vermutlich kommt die entscheidende Abstimmung erst im Dezember auf die Tagesordnung.

Der Winser Bürgermeister Dirk Oelmann (SPD) hat sich klar hinter den Vorschlag einer Ortsumgehung für die Gemeinde gestellt. „Ja, wir brauchen eine Umgehung“, sagte er auf CZ-Anfrage. Winsen leide mehrfach im Jahr an einem regelrechten „Verkehrsinfarkt“, erklärte Oelmann mit Blick auf die zahlreichen Staus auf der A7. Die Folgen sind bekannt: Autofahrer suchen sich eine Ausweichroute und verstopfen regelmäßig das Winser Ortszentrum.

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In Winsen wird am ganz großen Ding gedreht: SPD, Grüne und CDW (Christlich-Demokratisch für Winsen) wollen eine Diskussion über eine mögliche Ortsumgehung anstoßen. Die drei Ratsfraktionen, die im Gemeinderat die Gruppe "Gemeinsam für Winsen" bilden, haben den Antrag gestellt, dass Bürgermeister Dirk Oelmann Gespräche mit dem Land Niedersachsen und dem Landkreis Celle über eine mögliche Umgehungsstraße aufnehmen soll.

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