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Winsen Registrierung auf Winser Museumshof bald fertig
Celler Land Winsen Registrierung auf Winser Museumshof bald fertig
13:03 07.11.2014
Zur Inventarisierung eines Scheffels machen Horst Erlemann und Michael Bastian (rechts) Fotos. Quelle: Lothar H. Bluhm
Winsen (Aller)

„WHV-2005/0047“ ist auf der Objektbezeichnung für den 17 Zentimeter hohen runden Scheffel mit einem Durchmesser von 32 Zentimetern zu lesen. Mit „Dünnes Eichenbrett, rundgebogen, Eisenblechband unten, Eisenstange als Griff über die Mitte gesetzt. V=13,665 l.“ ist das Hohlmaß ganz genau beschrieben.

Der achtköpfige Arbeitskreis „Sammlung und Archiv“ des Winser Heimatvereins führt inzwischen die Inventarisierung durch, die 2004 im Rahmen eines Projektes des Museumsverbundes im Landkreis Celle begann. Grundlage ist ein Konzept des Museumsverbundes Ostfriesland. „Die systematisch geführte Inventarisation ist eine Grundvoraussetzung für alle Bereiche der musealen Arbeit“, begründet die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museumshofes, Felicitas Bergner, das Vorhaben. Unter anderem sei die Inventarisierung auch Voraussetzung gewesen für die offizielle Registrierung als Museum nach internationalem Standard. „Umfangreiche Nachweise und Konzepte waren gefordert, um die Kompetenz in allen wesentlichen Aufgabenbereichen nachzuweisen“, so Bergner. Das Qualitätslabel bedeute eine große Anerkennung für den Winser Heimatverein und das Engagement seiner Mitglieder.

Acht Ehrenamtliche beschäftigen sich regelmäßig mit der Registrierung der einzelnen Gegenstände. „Naja, so rund 16.000 Stunden haben wir bisher für die Arbeit aufgewendet“, rechnet Michael Bastian vor. Er regelt die Organisation des Arbeitskreises und sichert die Datenbestände und Festplatten regelmäßig. „Wenn ein Ehrenamtler Spaß an der Arbeit hat, geht er da anders ran“, lobt er sein Team. Gemeinsam mit Horst Erlemann werden Fotos eines Scheffels gemacht, der noch inventarisiert werden muss.

Im klimatisierten Depot legt Petra Decker-Schimanski Textilien in säurefreie Kartons und erfasst jedes Einzelteil systematisch.

Vom Altartuch über Harken und Teller bis zur Kartoffelsortiermaschine werden alle Objekte inventarisiert. Wolfgang Decker kümmert sich dabei um Schädlingsermittlung und -bekämpfung, während Karin Koch an der Tastatur Daten eingibt.

Seit ihrem Ruhestand kommt die Bibliothekarin Margrit von Hörsten regelmäßig auf den Museumshof, um Chroniken, Handschriften und historische Drucksachen zu erfassen: „Wir haben hier auch Teile des Heimatbotens, der von 1903 bis 1938 regelmäßig erschien.“ Das sei echte Regionalgeschichte, sagt Felicitas Bergner. Demnächst soll die Gesamtausgabe mit einem Umfang von über 3000 Seiten digitalisiert werden.

Von Lothar H. Bluhm