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Winsen Ritterspiele bleiben in Winser Politik umstritten
Celler Land Winsen Ritterspiele bleiben in Winser Politik umstritten
17:20 22.05.2015
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Die Ritter und Winsen – das gehört für viele inzwischen zusammen. Doch dass die Veranstaltung in der Celler Westkreis-Gemeinde stattfinden kann, ist keineswegs selbstverständlich. Denn das letzte Wort hat der Winser Gemeinderat. Ende 2013 wurde bei 17 Ja- und 11 Nein-Stimmen für eine Fortsetzung votiert, Ende 2014 war es noch knapper. 16 zu 13 ging die Abstimmung aus.

Den Kritikern geht es in erster Linie ums Geld. Die CDU sei nicht gegen die Veranstaltung von Ritterturnieren in Winsen, sagt Wiltrud Schumann. „Die CDU-Fraktion ist aber entschieden gegen die Fortsetzung der Ritterspiele in der Trägerschaft der Wirtschaftsbetriebe Allertal, da die bisherigen Ritterturniere mit Steuergeldern aufgefangen wurden und Mitarbeiter der Gemeinde die Organisation leisten mussten“, sagte sie. Das wirtschaftliche Risiko trügen WBA und Gemeinde. „Eine Schwarze Null haben weder die Spiele 2012 noch 2014 erwirtschaftet“, so die CDU-Politikerin.

Ähnlich sieht das die UWG. Grundsätzlich sei die Fraktion für die Meisterschaft in der Gemeinde, allerdings unter der Bedingung, dass der Gemeinde Winsen kein finanzielles Risiko aus der Veranstaltung erwachse. „Die Verträge mit dem Ritterbund Hartmann von Aue sollen so formuliert werden, dass aus allen Einnahmen zunächst die Kosten der WBA und der Gemeinde erstattet werden, bevor der Ritterbund bezahlt wird“, fordert Horst Arndt.

„Die Veranstaltung ist völlig in Ordnung“, sagt Robert Scheer. „Wir können sie uns finanziell aber nicht erlauben. Wenn der Ritterbund das Turnier alleine austrägt, haben wir kein Problem damit“, erklärte der Ratsherr der Grünen. „Aus Sicht unserer Fraktion haben die Ritterspiele sich bis jetzt nicht ‚bezahlt‘ gemacht“, sagte auch Wilhelm Redeker von der DR-Fraktion. „Andere Events privater und gewerblicher Art in Winsen wie Heideblütenfest, Zirkusse oder Schützenfeste werden auch nicht von der Gemeinde kofinanziert“, so Redeker.

Doch die Ratsmehrheit mit dem großen SPD-Block und der neuen CDW-Fraktion sieht die Dinge anders. „Die SPD-Fraktion ist sich sicher, dass das Ritterturnier – auch wenn es der WBA bisher keinen Gewinn eingebracht hat – dennoch eine Bereicherung für den Ort ist. Die Besucherzahlen zeigen, dass dies eine attraktive Veranstaltung ist“, sagte Ina Boy (SPD). Solange keine mehrstelligen Verluste geschrieben würden, werde sich die SPD-Fraktion weiter für die Veranstaltung aussprechen.

„Die Ritterfestspiele sind ein fester Bestandteil unserer Gemeinde geworden und haben sich gut etabliert. Dass die Sponsoringgelder in diesem Jahr nahezu verdoppelt wurden, spricht ganz sicher für sich. Für uns ein klares Signal, dass Winsen hinter den Ritterfestspielen steht“, erklärte Jannik Randolph (CDW). Und fügte hinzu: „Es bleibt zu hoffen, dass auch die kritischen Ratskollegen sich endlich mal ein Bild von der Veranstaltung machen und nicht wie in den letzten Jahren von dieser fern bleiben, aber anschließend grundsätzlich sagen, was hätte besser laufen können.“

Fakten: Kämmerin Anke Schumann sagte, dass das Turnier 2014 mit einem Minus von 5000 Euro abgeschlossen wurde. Dabei sind alle Kosten berücksichtigt. Der WBA wurden auch Mitarbeiter-Kosten in Rechnung gestellt.