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Winsen SPD und Grüne wundern sich
Celler Land Winsen SPD und Grüne wundern sich
16:06 23.02.2010
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

SPD und Grüne haben verwundert auf das Polit-Chaos in Winsen reagiert. „Wir haben das so nicht erwartet“, sagte SPD-Ratsmitglied Maximilian Schmidt, der sich von dem Bruch zwischen CDU und FDP überrascht zeigte. „Das müssen die klären“, sagte der Sozialdemokrat. Julius H. Krizsan (Grüne) stellte die Diskussion um die Ansiedlung des Wietzer Schlachthofes heraus. „Man sieht, wie das Wahnsinnsprojekt von Rothkötter die Menschen bewegt. Ich finde es aber erstaunlich, dass sich sogar Parteifreunde deswegen trennen“, so der Grünen-Politiker.

Am Montag wurde bekannt, dass die beiden Christdemokraten Dorothea Voßberg-Berger und Stefan Rainer Potratz aus der CDU ausgetreten sind. „Das I-Tüpfelchen war die Wasserentnahme am Bannetzer Moor“, sagte Potratz gestern der CZ. Die beiden Christdemokraten wollen künftig eine eigene Fraktion bilden. Zudem hat die FDP die gemeinsame Zählgemeinschaft mit der CDU aufgelöst. Hintergrund sind wiederum unterschiedliche Auffassungen zur Wasserentnahme des Rothkötter-Konzerns. Streit zwischen CDU und FDP gab es auch um die Schulpolitik.

Erschwert wurde die Zusammenarbeit offenbar durch Probleme auf der persönlichen Ebene. So sollen den beiden Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP, Friedrich-Wilhelm Falke und Albrecht Hoppenstedt, die Grundlage für eine vernünftige Zusammenarbeit abhanden gekommen sein. Auch beim geplanten Bau einer Riesenbiogasanlage in Walle sind sie von Einigkeit weit entfernt: Falke ist dafür, Hoppenstedt dagegen.

Mit der FDP-Entscheidung, die Gruppe zu kündigen, ist im Westkreis innerhalb weniger Wochen zum zweiten Mal eine christlich-liberale Zählgemeinschaft auseinander gebrochen. Im Januar hatte die CDU in Hambühren beschlossen, die Gruppe mit der FDP aufzulösen, nachdem die Liberalen die Zustimmung zum Haushalt verweigert hatten.

Winsens Verwaltungsvize Berthold Walter sagte gestern, dass die Gemeindeordnung die Neubesetzung aller Ausschüsse verlangt, wenn sich das Verhältnis der Fraktionen verändert und ein entsprechender Antrag vorliegt. Da beide Voraussetzungen erfüllt sind, kommt auf den Winser Gemeinderat am 11. März ein wahrer Abstimmungsmarathon zu. Alle Ausschüsse und deren Vorsitzende werden neu gewählt.

Darüber hinaus wird über beide stellvertretenden Bürgermeister von Wilfried Hemme neu abgestimmt. Während Falke seine erneute Kandidatur angekündigt hat, machte die SPD gestern klar, dass sie Anspruch auf einen der Posten erhebt. „Natürlich werden wir jemanden benennen“, sagte Fraktionssprecher Wolfgang Hoffmann. Wer kandidieren werde, sei noch nicht entschieden, hieß es.