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Winsen Schleusenhaus Bannetze: "Es passiert einfach nichts"
Celler Land Winsen Schleusenhaus Bannetze: "Es passiert einfach nichts"
16:42 26.06.2012
Treffen vor dem Schleusenhaus Bannetze: Heimatpfleger Harry Fricke, stellvertretender Ortsb¸rgermeister Bernd Harding und der Hornbosteler Investor Michael Tholen (von links). Quelle: Lothar H. Bluhm
Bannetze

Hausnummer 35: Ein Feld des Staketenzaunes ist umgekippt, die Gartenpforte steht halb offen und die Fenster des ehemaligen Dienstraumes des Schleusenwärters zieren noch Gardinen. Es ist ruhig geworden in dem Fachwerkgebäude an der Bannetzer Schleuse, seit die Witwe des letzten Schleusenwärters ausgezogen ist.

Die Bannetzer hängen doch sehr an ihrem Schleusenhaus, findet der stellvertretende Ortsbürgermeister Bernd Harding. Während der Versammlung fasste er den aktuellen Sachstand zusammen und stellte fest, dass seit einer Ortsbesichtigung Anfang Mai sichtbare Fortschritte zur Erhaltung und Umnutzung des Fachwerkhauses nicht erkennbar seien: „Alle wollen das Haus erhalten, aber es passiert einfach nichts.“ Hardings Vorgänger als Ortsbürgermeister, Mebus Geyh, bestätigte die Langatmigkeit der beteiligten Behörden. Erst Anfang des Monats hat er sich, der auch Sprecher der Leader-Arbeitsgruppe Aller und Schleusen ist, an die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (SPD) gewandt, dass sie ihrem Parteifreund Dirk Oelmann im Winser Rathaus einmal schreiben sollte. Immerhin sei ein umfassendes Tourismuskonzept zur Nachnutzung des Hauses entwickelt worden. Der Hornbosteler Investor Michael Tholen sieht auch die Möglichkeit, einen Raum für eine Bannetzer Heimatstube vorzusehen.

Bereits vor 20 Monaten zeichnete sich ab, dass das Haus vom Abriss bedroht ist. Auch wenn die Winser Heimatpfleger sich sehr für den Erhalt des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes einsetzten, gab es außer wohlmeinenden Rückmeldungen lediglich bauplanungsrechtliche Bedenken, die durch einen Bebauungsplan ausgeräumt werden könnten. Grundsätzlich sei das Wasser- und Schifffahrtsamt in Verden gewillt, das Schleusenwärterhaus zu veräußern, gab Heimatpfleger Harry Fricke die Information aus dem Rathaus weiter. Der Verkauf sei aber an einige Bedingungen geknüpft, bei denen noch Gesprächsbedarf bestehe. Es soll wohl ein Verkehrswertgutachten erstellt werden.

Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Verden, Thomas Rumpf, bestätigt, dass die wichtigsten Eckdaten festgezurrt wurden. „Die weiteren Schritte liegen nunmehr bei der Gemeinde Winsen. Mitte 2013 sollen alle rechtlichen und vertraglichen Voraussetzungen geschaffen sein.“

Von Lothar H. Bluhm