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Winsen Schluss in Bannetzer Kindergarten: Es rappelt nicht mehr in der Kiste
Celler Land Winsen Schluss in Bannetzer Kindergarten: Es rappelt nicht mehr in der Kiste
13:44 31.03.2017
Im kommenden Jahr würden nur noch acht Kinder die Einrichtung besuchen. Zu wenig, das Aus für die Rappelkiste in Bannetze steht fest. Quelle: Lothar H. Bluhm
Bannetze

„Wir finden das nicht gut, können es aber nicht ändern“, klingt Wolfgang Daps ein wenig resigniert. Als Träger könne der Sportverein Grün-Weiß Bannetze auf Dauer keine Sparte betreiben, die permanenten Zuschussbedarf verursacht. „Acht Kinder sind einfach zu wenig“, sagt der Vereinsvorsitzende und weist darauf hin, dass der Kindergarten Rappelkiste für über 20 Kinder ausgelegt ist. Zurzeit sind 13 Kinder angemeldet, fünf werden ab Sommer zur Schule gehen. „Neuanmeldungen liegen nicht vor.“

Gemeinsam mit der Gemeinde Winsen sei vereinbart worden, den Kindergarten beim Landkreis Celle und bei der Landesschulbehörde abzumelden. „Die Gemeinde Winsen wird die Trägerschaft für diese Einrichtung aus verschiedenen Gründen nicht übernehmen, dafür aber den verbleibenden Kindern anbieten, entsprechend der bisherigen Betreuungszeiten gemeinsam in eine Gruppe des gemeindlichen Kindergartens Hinteres Sandfeld in Winsen wechseln zu können“, heißt es in dem entsprechenden Schreiben der Gemeinde an den Sportverein.

Das bedeutet nicht nur für die Eltern aus Thören und Bannetze das Aus der Kindertagesstätte, denn auch aus anderen Ortsteilen sind immer wieder mal Kinder angemeldet worden. „Weil unsere Einrichtung so schön klein und kuschelig ist“, begründet Heike Link, zweite Vorsitzende im Sportverein, die Motive vieler Eltern. Link war schon vor über 30 Jahren dabei, als engagierte Eltern die Interessengemeinschaft Kinderspielkreis bildeten und eine Eltern-Kind-Gruppe gründeten. Bei einem Sommerfest des Spielkreises 1985 lobten der damalige Gemeindedirektor Karl-Gustav Linde und Ortsrat Mebus Geyh die Elterninitiative gerade in den Ortsteilen. Beim Tauziehen zogen alle gemeinsam an einem Strang.

Seit 1986 ist der Sportverein Träger der Einrichtung, die seit 2009 ein Kindergarten ist. Eine Erzieherin und zwei Teilzeitmitarbeiterinnen werden jetzt noch vom Sportverein beschäftigt. Die Gemeinde dazu: „Derzeit wird von unseren Kindergartenleitungen noch der Personalbedarf für das nächste Kindergartenjahr ermittelt, so dass derzeit keine Zusage für die Übernahme von Fachpersonal durch die Gemeinde möglich ist.“

„Begeistert waren alle nicht“, schildert Wolfgang Daps seine Eindrücke von dem Elternabend, an dem er über das Ende der Rappelkiste informierte. Den Eltern sei wichtig, dass alle Kinder geschlossen in eine Gruppe kommen. Gleichzeitig dankte er allen beteiligten Stellen und Sponsoren für die gute Zusammenarbeit. Auch Elternvertreterin Katharina Fricke findet es schade, wenn der Kindergarten schließt. „Vielleicht entsprechen die kurzen Betreuungszeiten nicht ganz den Wünschen der Eltern“, sieht sie einen Grund dafür, dass keine Anmeldungen vorliegen.

Ortsbürgermeister Heinrich Leymers (CDU) weiß bisher offiziell nichts von den Plänen zur Auflösung des Kindergartens: „Das wäre ja fatal, zumal sich hier in Thören eine Krabbelgruppe für Säuglinge gebildet hat. Das ist doch Zukunftspotential.“

Von Lothar H. Bluhm