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Winsen Schüler werden Naturschützer
Celler Land Winsen Schüler werden Naturschützer
17:55 11.11.2010
Erste Juniornaturschutzberater werden beim Keschern am Stegteich ausgebildet. Quelle: Lothar H. Bluhm
Meißendorf

Das sei alles ganz spannend, findet Maurice von der Felix-Nussbaum-Schule, der als einer der ersten beim Pilotprojekt zur Ausbildung von Juniornaturschutzberatern mitmacht. Schließlich könnten die Schüler nach dem Projekt das Wissen an Schüler weitergeben, die sich bisher mit Umwelt- und Naturschutz noch nicht so befasst haben, ist auch Mitschüler Christian schon überzeugt.

„Hier lernt man mehr, weil man sich vieles selbst ansehen kann und man immer im Wald ist“, berichtet Maurice. Sie hätten die verschiedenen Phasen der natürlichen Zersetzung der Blätter auf Klemmbrettern aufgezeigt und viel gespielt. Als Beweis legt er stolz das kleine Testatheft vor, in dem schon ein bunter Stempel mit einer Ameise zu sehen ist: Baustein 1 ist absolviert.

Nun geht es zusammen mit Daniel Oppermann, Lena Gehrken, Malik Reitz, Kevin Kramer und den anderen zum Gummistiefel anziehen. Bei vier Grad Außentemperatur tümpeln sie dann im Stegteich in der Nähe des historischen Herrenhauses. Mit Keschern werden kleine und kleinste Lebewesen aus dem Wasser gefischt. Libellenlarven, Posthornschnecken, Wasserasseln und Wasserskorpione, eine Wasserspinne und ein kleiner Wels werden vorsichtig aus dem Teich geholt, angeschaut, bestimmt und anschließend wieder ins Wasser gesetzt. „Das Grundlagenwissen zu Natur- und Umweltschutzthemen wird spielerisch vermittelt“, verrät Projektleiterin Sybille Hüfner das Konzept, das insgesamt fünf Bausteine vorsieht: Von Natur erfahren und verstehen über eine Zukunftswerkstatt und Natur- und Umweltschutz bis hin zur praktischen Durchführung an der eigenen Schule. Dazu werden Kommunikationsstrategien ver-mittelt. „Den Kindern werden insgesamt Methoden gezeigt, um ihr Wissen und ihr Engagement mit anderen zu teilen“, ist Hüfner sicher. „Die Kinder erwerben im Sinne der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung die Kompetenz, ihre Zukunft selbst mitzugestalten.“ Die Umweltwissenschaftlerin und Lehrerin leitet für ein Jahr das von der Umweltlotterie BINGO geförderte Pilotprojekt.

Von Lothar H. Bluhm