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Winsen Schulchaos: Politik ringt um Lösung
Celler Land Winsen Schulchaos: Politik ringt um Lösung
17:05 23.02.2012
Von Simon Ziegler
Schule Winsen Quelle: nicht zugewiesen
Winsen (Aller)

Dass sich in Winsen Unmut angesichts der heillosen Verwirrung um die Zukunft der Grundschulen regt, bekam die Gemeindeverwaltung gleich zu Beginn der Schulausschusssitzung am Mittwoch zu spüren. Jörg Ahrenhold vom Förderverein der Grundschule am Amtshof monierte, dass die Eltern überhaupt keine Informationen bekämen. Auch die CDU übte Kritik am Vorgehen von Bürgermeister Dirk Oelmann (SPD). „Sie haben gesagt, 2012 wird das ‚Jahr der Transparenz‘. Intransparenter kann man das gar nicht machen“, sagte Ratsherr Olaf Becker zur Schulpolitik des Bürgermeisters.

Der Gescholtene äußerte Verständnis für die bei Eltern entstandene Verwirrung, die Kritik der CDU wies er zurück. Erst seit zwei Wochen sei definitiv klar, dass in Winsen eine Oberschule mit gymnasialem Zweig errichtet werde. Es kämen fast täglich neue Informationen. So habe erst Mitte Januar der Landkreis das Angebot unterbreitet, dass das Hauptschulgebäude für die Grundschulen zur Verfügung stehen könnte. „Wenn ich jede Woche eine Sau durchs Dorf treibe, führt das nur zu noch mehr Verwirrung“, sagte Oelmann.

Die ist allerdings auch jetzt schon beträchtlich. Zusammengefasst ist der Stand derzeit folgender: Die beiden Grundschulen wurden organisatorisch zusammengelegt und sollen in Zukunft in einem gemeinsamen Gebäude untergebracht werden. Die Gemeinde Winsen will dazu am Gildesweg anbauen, um dort alle Grundschüler zu unterrichten. Das Gebäude wird allerdings auch vom Landkreis Celle beansprucht, dem Schulträger der Oberschulen. Denn die Oberschule am Meißendorfer Kirchweg, die im September an den Start geht, soll langfristig die drei Gebäude der jetzigen Realschule, der Astrid-Lindgren-Schule und der Grundschule am Gildesweg nutzen. Der Kreis will prüfen lassen, ob sich das in einigen Jahren freie Hauptschulgebäude für die beiden Grundschulen eignet. Das wird von der Gemeinde aber abgelehnt. Begründung: Zu wenig Platz, ein viel zu kleiner Pausenhof und keine Sportflächen.

In der Theorie gibt es vier Möglichkeiten für die Zukunft der zusammengelegten Winser Grundschule: Ein Neubau am Amtshof (zu teuer), eine Sanierung plus Anbau am Amtshof (ebenfalls teuer, Neubau könnte langfristig die bessere Lösung sein), ein Anbau am Gildesweg (Probleme mit dem Landkreis) oder Umzug in das Hauptschulgebäude (will die Gemeinde nicht). Für eine Lösung wird man sich entscheiden müssen. Der Schulausschuss sprach sich am Mittwoch dafür aus, dass man sich zunächst vor Ort von allen drei Gebäuden ein Bild macht. Anschließend sollen Vertreter des Landkreises nach Winsen eingeladen werden, um gemeinsam nach einem Weg für Oberschule und Grundschulen zu suchen.