Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Schwertransporter nach 40 Stunden geborgen
Celler Land Winsen Schwertransporter nach 40 Stunden geborgen
20:36 27.10.2016
Von Simon Ziegler
Schwere Arbeit: Mitarbeiter des österreichischen Unternehmens waren stundenlang beschäftigt, um den Transporter am Kreisel zu bergen. Am frühen Abend verließ das Gespann die Gemeinde Winsen.
Winsen (Aller)

Bis zum Abend gab es zunächst widersprüchliche Angaben, wann und ob das Gespann weiterfahren dürfe. Das Schwerlast-Dezernat des Landes Niedersachsen teilte am späten Nachmittag mit, dass das Risiko zu groß sei, wenn das Gespann wie ursprünglich vorgesehen über Südwinsen und Wietze zur A7 geführt wird, weil mehrere Kreisel auf dem Weg liegen. Stattdessen soll der Transporter über Bannetze, Thören und Essel über die L180 zur Autobahn fahren. Da für diese Strecke noch keine Genehmigung des Heidekreises vorlag, müsse der Schwertransporter eine weitere Nacht im Kreisel stehen bleiben, so die Behörde.

Doch es kam anders. Gegen 16.30 Uhr passierte der Transporter schließlich den Kreisel. Matten wurden ausgelegt, um keine weiteren Schäden zu verursachen. Anschließend fuhr der Schwertransporter auf der L180 zur Autobahn, teilte die Polizei mit. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hatte dem Transportunternehmen kurzfristig eine Genehmigung für die sofortige Weiterfahrt erteilt. Auf dem Weg über die L180 zur Autobahn liegen zwei Brücken. Es war zu klären, ob der Schwertransporter, der Bauteile einer Windkraftanlage geladen hatte, über die Brücken – A7 und in Essel – fahren kann. Der Transporter wiegt insgesamt 143 Tonnen.

Mitarbeiter der Firma waren über Nacht aus Österreich nach Winsen gefahren. Mit dabei hatten sie ein neues Fahrwerk. Mit einem Kran wurde zunächst die Ladung, die Haube eines Windrad-Maschinenhauses, angehoben. Anschließend tauschten die Österrreicher das mit einem Achsenbruch schwer beschädigte Fahrwerk gegen ein neues aus.

Martin S. hatte den Schwertransporter in der Nacht zu Mittwoch gesteuert, als das Malheur gegen 0.30 Uhr passierte. Er erhob Vorwürfe in Richtung Polizei. Er wollte den Kreisel auf der linken Seite befahren, weil er dort mehr Platz hatte. "Es ist in ganz Europa üblich, dass der Fahrer entscheidet, ob er links oder rechts um den Kreisel fährt", sagte er. Stimmt nicht, sagte dagegen Karl-Heinz Kroll von der Polizei Celle. Die Firma habe eine Genehmigung für eine klar definierte Strecke gehabt. Jede Abweichung davon hätte sie beantragen müssen. Die Folge für Martin S.: Jede Menge Ärger und eine Nacht im Führerhaus seines Lkw – mitten auf dem Kreisel.