Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Segeln auf dem Meißendorfer Hüttensee begeistert Ferienpass-Kinder
Celler Land Winsen Segeln auf dem Meißendorfer Hüttensee begeistert Ferienpass-Kinder
17:51 27.06.2017
19 Kinder aus Bergen stechen mit dem Segelboot in See. Sie lernen die Vorfahrtsregeln und probieren sich im Segel setzen aus. Quelle: Alex Sorokin
Meißendorf

Pünktlich mit dem Betreten der Segelboote hörte dann auch der Regen für kurze Zeit auf. Für das Baden im See war es aber dennoch zu kalt. „Wenn ihr ins Wasser fallen solltet, schwimmt nicht dem Boot hinterher. Damit verschwendet ihr nur eure Kraft. Wir holen euch dann wieder ab“, erläutert Wulf-Endrik Becker einige Sicherheitsregeln. Mit von der Partie sind auch Gesa (9), Lilly (10), Benedikt (12) und Konstantin (10), die auf der Maori in See stechen. Sie sind alle zum ersten Mal beim Segeln mit dabei. „Zuhause war das Wetter scheußlich“, erzählt Konstantin. Dennoch hatte keiner der vier Bedenken, dass das Segeln ausfallen könnte.

Da nur wenig Wind weht, wird ein zweites Segel gesetzt. Lilly traut sich, vorne auf das Boot zu klettern und am Seil zu ziehen, um es aus seiner Ruheposition zu lösen. Konstantin übernimmt als erster das Steuer. Als Orientierung sucht er sich eines der anderen Boote, auf das er zusteuern kann – natürlich, ohne zu kollidieren. Dann passiert etwas Merkwürdiges: Die Segel fangen an zu flattern und das kleine Boot bewegt sich nicht mehr von der Stelle. „Das liegt daran, dass der Wind von vorne kommt. Direkt gegen den Wind können wir nicht segeln, wir müssen im Zickzack fahren, um vorwärts zu kommen“, erklärt Becker.

Um nicht mit den anderen Booten zu kollidieren, sind auch die Vorfahrtsregeln von Bedeutung: Wenn beide Boote beispielsweise den Wind von der gleichen Seite haben, muss derjenige ausweichen, der mit seinem Boot dem Wind direkt zugewandt ist. Diese Regel nennt man auch „Lee vor Luv“. Das Boot, das quasi näher am Wind ist, muss dem anderen Boot ausweichen, da dieses durch weniger Wind auch weniger Handlungsspielraum hat und vor allem mehr Aufwand beim Ausweichmanöver betreiben muss. Auch Steuerbord und Backbord lernen die Kinder zu unterscheiden.

Mitten auf dem See angekommen, setzt dann wieder der Regen ein. Graue Schleier peitschen über den Meißendorfer Hüttensee. Schnell verschwinden Konstantin und Benedikt in der Kajüte, während Gesa und Lilly tapfer aushalten. Nach kurzer Zeit ist aber auch dieser Schauer vorbei und sogar die Sonne ist kurz zu sehen. Nach einer Stärkung beim Mittagessen geht es weiter mit Knotenkunde und wieder zurück auf die Boote.

Von Stefanie Franke