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Winsen Sudanese arbeitet als Bauhelfer in Winsen – und will bleiben
Celler Land Winsen Sudanese arbeitet als Bauhelfer in Winsen – und will bleiben
17:03 15.08.2018
Elektromeister Eugen Glups hat dem Sudanesen Nabel Umer nach seiner Flucht Arbeit in Winsen gegeben. Quelle: Lothar H. Bluhm
Winsen (Aller)

Der 28-jährige Sudanese ist nach einer abenteuerlichen Flucht seit gut vier Jahren an der Aller. Er war der jüngste Flüchtling in einer Gruppe von Sudanesen, die im Juni 2014 bei der Winser Integrationsbeauftragten Karina-Könun Ibrahimova im Dienstzimmer standen.

Jetzt ist Nabel Umer sehr zufrieden. Er möchte hier bleiben.

Seine Aufenthaltsgenehmigung gilt bis 2019. „Sie kann noch einmal verlängert werden“, sagt der junge Mann in dem rot-gestreiften T-Shirt. Was danach kommt, weiß er nicht.

Wäre die regierungskritische Demonstration nicht gewesen, wäre vielleicht alles anders gekommen: Nabel Umer sagt, er sei im Juli 2011 in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum vom Geheimdienst Jihas Al-Am Al Mukhabarat Watan verhaftet, in eine Einzelzelle verbracht und mit Schlägen, Tritten und Wasser gefoltert worden. Nach drei Tagen konnte er durch die Bürgschaft seines Freundes Makeh Ali entlassen werden, mit dem Hinweis, dass das Gerichtsverfahren auf ihn warten würde. Eine längere Gefängnisstrafe wurde ihm prophezeit. Die Eltern und Geschwister blieben dort, während Nabel Umer als ältester Sohn allein in Khartoum versuchte, durch Arbeit für den Unterhalt seiner Familie zu sorgen.

Dabei stellt Nabel Umer alles als Irrtum und Missverständnis dar.

Nach seinen Angaben befand er sich in einem normalen Linienbus auf dem Weg nach Omdurman, der zweitgrößten Stadt Sudans in der Nachbarschaft zur Hauptstadt Khartoum, auf der anderen Seite des Nils. „Zur gleichen Zeit fand in Khartoum eine Demonstration gegen die Regierung statt, die von der Polizei aufgelöst wurde“, zitierte Umer einen Bericht seines Anwalts. Auf der Ladefläche eines Pritschenwagens und als blinder Passagier im Kofferraum eines Pkw gelang er nach siebentägiger Fahrt durch Wüstenregionen an die libysche Mittelmeerküste, wo er an Schlepper 1000 Dollar für die Überfahrt nach Sizilien bezahlen musste. „Wir waren 100 Menschen auf dem Boot. Auch Frauen und Kinder.“ Nach dreitägiger Überfahrt mit lediglich kleinem Proviant und einer Flasche Wasser erreichte er italienischen Boden. Heute würden er und die anderen Flüchtlinge mit ihrem Boot vermutlich von der italienischen Regierung abgewiesen werden.

Jetzt dürfte er innerhalb Europas oder auch fernere Länder reisen – aber nicht in den Sudan, wo seine Familie lebt: „Ich darf überall hinfahren, nur nicht nach Hause. Wir telefonieren jeden Monat. So weiß ich, dass es meiner Familie gut geht. Der Sudan ist für mich zu gefährlich. Ich muss warten, bis sich alles beruhigt hat. Ich möchte erstmal hier bleiben.“

„Er macht sich sehr gut“, lobt Meister Eugen Glups seinen Mitarbeiter. „Wenn ein Mensch das will, dann sieht man das“, beschreibt er die Motivation des Migranten. Dabei sei die Sprache kein Problem, denn er habe ein ziemlich gutes Team von zwölf Mitarbeitern. Wie sich sein Team ohnehin als internationale Gruppe zusammensetzt. „Wir haben hier alles“, sagt Glups und zählt Herkunftsländer auf: Sudan, Syrien, Iran, Bulgarien, Polen, Deutschland. „Wir kommen gut miteinander zurecht.“ Morgens treffen sich alle zum Kaffee, um ihre Einsätze zu besprechen. „Die haben alle Spaß und Freude an der Arbeit“, kennt Glups seine Leute.

Nabel Umer ist als Bauhelfer in Vollzeit beschäftigt, schlitzt, stemmt und legt Kabel, Schalter und Steckdosen. „Er bringt auch die Leistung für den Mindestlohn“, sagt Glups. Somit zahlt er Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Im nächsten Jahr kommt die Lohnsteuererklärung auf ihn zu.

Von Lothar H. Bluhm

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