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Winsen Verkauf der Hauptschule in Winsen: CDU attackiert Bürgermeister
Celler Land Winsen Verkauf der Hauptschule in Winsen: CDU attackiert Bürgermeister
20:13 09.06.2016
Von Christopher Menge
ChristianPeters Quelle: Lothar H. Bluhm
Winsen (Aller)

„Der CDU-Antrag zum Erwerb des gesamten Areals wurde von der bunten Bürgermeister-Mehrheit nicht zur Beratung und weiteren Befassung in den Ratsgremien zugelassen. Das ist reine Machtpolitik des Bürgermeisters und seiner ihm folgenden bunten Mehrheit“, sagt der Fraktionsvorsitzende Christian Peters. Die CDU habe sich in Anwesenheit von Vertretern des Landkreises Celle über den Zustand aller Gebäude ein Bild gemacht. „Danach können wir feststellen, dass die Gebäude sich in einem guten Zustand befinden. Lediglich eine Sanierung des Daches der Sporthalle muss noch erfolgen“, so Peters, „auch wird die Herstellung der barrierefreien Zugänge zu und in den Gebäuden keine Million verschlingen.“

Man müsse sich vorstellen, dass vom potenziellen Investor die übrigen Gebäude – Neubau, Anbau und Sporthalle – dem Erdboden gleichgemacht und ein industrieähnlicher Ladenbau vor den historischen Haesler-Bau gesetzt würde, so Peters. "Dieser Investor betreibt zurzeit schon den dritten Standort im Hauptort Winsen", so Peters. Reinhard Toboll vom Landkreis Celle wollte das gegenüber der CZ nicht bestätigen. "Während der Verhandlungen kann ich mich öffentlich nicht zu möglichen Investoren äußern", sagt der Schulamtsleiter. Vor August dieses Jahres werde es keine Entscheidung über den Verkauf geben.

Es bleibt also noch genügend Zeit für Diskussionen in der Winser Politik: "Kennen Sie den Unterschied zwischen Buchwert und dem Zeitwert des gesamten Areals. Warum setzen Sie sich nicht dafür ein, dass die Gemeinde Winsen das Areal für den niedrigen Wert erwerben kann?", fragt Peters in Richtung Bürgermeister Oelmann, "wir wissen, dass es zwischen diesen Werten gravierende Unterschiede gibt." Merkwürdig sei für ihn auch, dass der erste stellvertretende Bürgermeister einen hohen Millionenbetrag für den Erwerb des gesamten Areals nennt und als Grundlage ein Wertgutachten angebe. "Woher hat dieses Ratsmitglied das Gutachten?", fragt Peters. Auf CZ-Nachfrage bestätigt der erste stellvertretende Bürgermeister, Friedrich-Wilhelm Falke (GfW), dass er in einer vertraulichen Sitzung über ein Sachwertgutachten gesprochen habe. "Davon darf ich aber nichts nach außen geben", sagt Falke.

Peters hat sein Fazit aber schon gezogen: "Offensichtlich setzen sich alle zurzeit regierenden Winser Politiker eher für den Investor als für die Dorfgemeinschaft ein.“ Das letzte Wort ist daher noch lange nicht gesprochen, oder wie Peters sagt: "Bisher hat die bunte Bürgermeister-Mehrheit nur die Einbringung ihres Antrages befürwortet."