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Winsen Verkehr, Kitas, Schützenfest: Stephan Weil macht sich Bild von Winsen
Celler Land Winsen Verkehr, Kitas, Schützenfest: Stephan Weil macht sich Bild von Winsen
10:29 18.08.2018
Von Simon Ziegler
SPD-Landeschef Stephan Weil nahm sich gestern viel Zeit für seinen Winsen-Besuch: Er marschierte beim Schützen-Umzug mit, schaute sich die Kita Hinteres Sandfeld an und sprach mit (oben rechts, von links) Bürgermeister Dirk Oelmann, dem Hambührener Bürgermeister-Kandidaten Andreas Ludwig und dem Chef der Celler Sozialdemokraten, Maximilian Schmidt, über die Verkehrsbelastung im Ortskern. Quelle: David Borghoff
Winsen (Aller)

Die Verkehrsbelastung in Winsen habe viel mit der Großbaustelle auf der A7 zu tun, sagte Weil. Soll heißen: Wenn sich dort die Verkehrslage entspanne, werden wohl auch wieder weniger Laster und Autos durch Winsen fahren.

Bis es so weit ist, könnte es allerdings noch schlimmer werden, fürchtet Bürgermeister Dirk Oelmann. Schließlich sorgt die Lkw-Maut auf Bundesstraßen für neue Ausweichbewegungen. "Wir müssen dazu kommen, dass der Lkw-Verkehr insgesamt mautpflichtig wird", erklärte Weil.

Der Ministerpräsident, der nach eigenen Worten in diesem Jahr 31 Wahlkreise besuchen will, sagte zu, sich über die von der Ratsgruppe "Gemeinsam für Winsen" angestoßene Debatte um die Ortsumgehung "schlau zu machen". Der Celler SPD-Chef Maximilian Schmidt ergänzte, dass die Verkehrsentlastung auch ein Thema der Ortsentwicklung sei. "Winsen ist die einzige Gemeinde im Landkreis Celle, die wächst." Weil versuchte unterdessen, den vielen Verkehrsproblemen in Niedersachsen etwas Gutes abzugewinnen. "Der Verkehr wird immer mehr. Baustellen sind ein gutes Zeichen. Keine Baustellen wären ein schlechteres Zeichen."

Weils Winsen-Besuch hatte am frühen Nachmittag in der Kindertagesstätte Hinteres Sandfeld begonnen. Dort infomierte sich der Ministerpräsident gemeinsam mit Oelmann und Schmidt über das Inklusionskonzept der Kita. Kita-Leiterin Elke Finelli stellte die Arbeit der Einrichtung vor. Die Kita mit ihren 20 Mitarbeitern und 100 Kindern setzt seit einigen Jahren verstärkt auf das Thema Inklusion – also die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung. Diese sei ein "gesellschaftlicher Anspruch", sagte Finelli, die sich mit Weil auch über die dritte Kraft in Krippen, eine Aufwertung der sozialen Berufe und Betreuungsschlüssel in der Kita austauschte.

Der Regierungschef räumte im CZ-Gespräch ein, dass es noch etliche Probleme in Sachen Inklusion in Niedersachsen gebe. Es fehlten zum Beispiel Förderschullehrer. "Wir haben eine Generation Nachholbedarf. In fünf Jahren wird die Zufriedenheit mit dem Thema deutlich höher sein", gab sich Weil optimistisch.

Ein weiteres Kita-Thema ist für den SPD-Politiker schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. Die Abschaffung der Kita-Beiträge sei eine "Riesen-Entlastung" für viele Eltern. "Ich bekomme jede Menge Fan-Post", sagte Weil. Vor allem Alleinerziehende würden enorm vom beitragsfreien Kindergarten profitieren. Manche würden neun Prozent ihres Einkommens sparen. Größere Probleme gebe es mit der Einführung der Beitragsfreiheit seit diesem Monat in den Kommunen nach seinen Worten nicht. "Das scheint zu funktionieren."

In die Debatte um die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, die in Winsen Anfang des Jahres beschlossen wurde, wollte sich Weil nicht einschalten. "Das ist kommunale Selbstverwaltung." Im Klartext: Jede Gemeinde und jede Stadt müsse für sich selbst entscheiden, wie Straßensanierungen finanziert werden. "Wenn man die Beiträge nicht erhebt, werden die Bürger zufrieden sein", sagte er lapidar.

Dass sich der SPD-Landeschef einen ganzen Nachmittag Zeit für Winsen genommen hat, dürfte zweifellos mit der Bürgermeisterwahl in zwei Monaten zu tun haben, bei dem Verwaltungschef Oelmann (SPD) sein Amt verteidigen will. Nach dem Kita-Besuch und dem obligatorischen Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde eröffnete der Landesvater schließlich am Rathaus das Schützen- und Volksfest der Gemeinde. "Ich habe gehört, dass es 800 Schützen in Winsen gibt. Sie tragen dazu bei, dass der Zusammenhalt in der Gesellschaft gut funktioniert."

Der Ministerpräsident sprach schließlich mit Winser Unternehmern über wirtschaftspolitische Themen. Am Abend stand in Celle ein Bürgerdialog auf der Tagesordnung.

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