Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Verwirrung um Winser Schulpläne
Celler Land Winsen Verwirrung um Winser Schulpläne
17:12 20.02.2012
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

In welchem Gebäude Winser Kinder, die im Sommer eingeschult werden, ihre ersten schulischen Erfahrungen machen, ist im Moment offen. Sie sollen in der Grundschule am Amtshof eingeschult werden, doch sicher ist das nicht.

Klar ist: Seit wenigen Wochen gibt es in Winsen nur noch eine Grundschule. Die beiden Häuser wurden organisatorisch unter einem Dach zusammengefasst. Klar ist auch, dass die Gemeinde langfristig alle Grundschulkinder am Gildesweg beschulen will. Ein Neubau am Amtshof ist vom Tisch. Über sechs Millionen Euro hat die Gemeinde nicht. Klar ist weiterhin, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher. Denn das Amtshof-Gebäude gilt als völlig marode.

Die Gemeinde ist Schulträger der Grundschulen. Sie will am Gildesweg an das Gebäude anbauen lassen, um Platz für alle Schüler zu schaffen. Bis dahin muss überbrückt werden. Die neuen Erstklässler sollen deshalb Anfang September am Amtshof eingeschult werden. Grund ist die dort praktizierte "Jahrgangsübergreifende Eingangsstufe". Denn wenn die Kinder in wenigen Jahren alle in einem Gebäude sind, sollen die pädagogischen Systeme schon zusammengeführt sein.

Doch ob sich die Gemeinde mit ihren Schulplänen durchsetzt, kann momentan niemand sagen. Denn der Landkreis Celle hält daran fest, dass die beiden Grundschulen in das Hauptschulgebäude im Ortskern ziehen könnten. "Das muss zumindest geprüft werden", sagt Schulamtsleiter Reinhard Toboll. Der Landkreis ist Träger der weiterführenden Schulen und somit verantwortlich für die neue Oberschule. Die soll am Meißendorfer Kirchweg an den Start gehen. Der Kreis braucht dazu auch das Gebäude am Gildesweg.

Toboll verweist auf die Vereinbarung zwischen Landkreis und Gemeinde, als es um die Einführung der Oberschule ging. Die Vereinbarung sah vor, dass der Kreis der Gemeinde das Gebäude am Gildesweg abkauft, der Ertrag sollte in den Neubau am Amtshof fließen. "Dass die Gemeinde davon abrückt, findet nicht unseren ungeteilten Beifall", sagt Toboll.

Der Landkreis schlägt jetzt einen Gebäudetausch vor: Gildesweg-Grundschule gegen Hauptschule. Doch die Gemeinde sträubt sich. SPD-Ratsherr Maximilian Schmidt (SPD) sagt, dass es dort keine Außensportfläche gebe. Auch habe die Hauptschule nur einen sehr kleinen Pausenbereich. Rektorin Laube gefällt das Gebäude, sagt sie. Sie verweist aber darauf, dass derzeit an den beiden Winser Grundschulstandorten 22 Klassen unterrichtet werden. In der Hauptschule seien aber nur zwölf allgemeine Unterrichtsräume. Toboll hält dagegen: Vier Fachräume könnte man umbauen, so dass die Schule 16 Räume habe. Dazu kommt der demografische Wandel. Eine vierzügige Grundschule bringe man unter.

Völlig offen ist auch die Zukunft der Astrid-Lindgren-Schule. Langfristig soll das Gebäude der Oberschule zur Verfügung stehen. Ein Umzug an einen anderen Standort in einigen Jahren ist denkbar. Andererseits: Wegen der Inklusion werden in Zukunft weniger Förderschulen gebraucht.

An diesem Mittwoch berät der Winser Schulausschuss über die knifflige Lage der Schulen (19 Uhr, Rathaus), am Freitag will sich die Lokalpolitik vor Ort ein Bild von der Hauptschule machen.