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Winsen Virtuose Fingerfertigkeiten begeistern in Winsen
Celler Land Winsen Virtuose Fingerfertigkeiten begeistern in Winsen
14:43 20.11.2018
Das Klaviertrio Hannover mit: (von links) Lucja Madziar,Katharina Sellheim und Johannes Krebs. Quelle: Doris Hennies
Winsen/Luhe

Gefühlvoll und bildhaft hatte sich am Wochenende das Klaviertrio Hannover in Winsen auf eine sehr spezielle „Winter-Reise“ gemacht. Mit von der Partie der Rezitator Dieter Hufschmidt, der mit seiner frei vorgetragenen Darbietung von Wilhelm Müllers Texten im ersten Teil der Veranstaltung die Bühne dominierte und die große Zuhörerschaft begeisterte. Der zweite Teil des Abends gehörte ganz der Musik.

Romantische Einstimmung

Zur romantischen Einstimmung hatte das Klaviertrio Hannover – bestehend aus Katharina Sellheim (Klavier), Lucja Madziar (Geige), Johannes Krebs (Cello) – Schuberts romantisch-eindringliches „Notturno“ gewählt. Die Komposition besteht nur aus einem einzelnen Adagio-Satz und wurde erst 18 Jahre nach Schuberts Tod veröffentlicht. Der Satz besteht aus zwei eingängigen Melodien – weich und zart pianissimo im Zweiertakt die eine, eine kraftvolle Volksweise im Dreiertakt die andere –, die sich in dem fünfteiligen Aufbau abwechseln.

Lyrische Texte des Dichters Wilhelm Müller

Ein eher fröhlicher Ansatz, der zu Schuberts eher in schwermütig-düsteren Tönen intonierten Liederzyklus „Die Winterreise“ überleitete. Das Trio brachte nur Auszüge aus diesem Opus 89, überließ dem hervorragenden Rezitator Hufschmidt den Raum für seine beeindruckende Reise durch 16 von insgesamt 24 lyrischen Texten des romantischen Dichters Wilhelm Müller. Die Musiker spielten nur da und dort ein Thema der Schubert'schen Vertonung an – Fragmente, die die Dramatik, das Sehnen und Ahnen in den Gedichten von Müller (darunter, als bekanntestes wohl „Der Lindenbaum“) betonten und die beschriebenen Gefühlsaufwallungen unterstrichen.

Virtuose Fingerfertigkeit

Die Pause gab Akteuren und Publikum die notwendige Verschnaufpause, um sich anschließend ganz auf Ludwig van Beethoven einzulassen. Das Klaviertrio op. 1,3 c-Moll ist das dritte von drei Klaviertrios, die Ludwig van Beethoven als junger Mann im Jahre 1795 unter der Opus-Nummer 1 publizierte, und hat bereits sinfonische Ansätze. Sie sind Beethovens Gönner und Förderer Karl Lichnowsky gewidmet, der erste private Aufführungen der Trios ermöglichte und den Erstdruck finanzierte. Für die Zuhörer in Winsen ein echter Ohrenschmaus, vom Allegro con brio („mit Feuer“) über das Andante cantabile con variazioni (an ein Volkslied angelehnt und „singbar“ – sprich mit einer eingänglichen Melodie) zum Menuetto, quasi allegro (verspielt tänzerisch) bis ins Finale (Prestissimo), bei dem die virtuose Fingerfertigkeit jedes einzelnen Künstlers des Trios – bei dennoch beibehaltener Romantik der Komposition – ausgesprochenes Können bewies.

Meisterhaft gespielt

Ein Highlight – und mindestens so bravourös auf den Punkt gebracht – kam zum Abschluss: Leonard Bernsteins Klaviertrio für Klavier, Violine und Cello. 1937 geschrieben, als er noch Student von Walter Piston in Harvard war. Ineinanderquirlende Tonfolgen, träumerische Folgen, Brüche, Verzweigungen – modern, expressiv … ein Hauch von Strawinsky, eine Portion Gershwin, ein perfektes Kompositionsbeispiel des frühen 20. Jahrhunderts und meisterhaft gespielt.

Von Doris Hennies

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