Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Völkerverbindende Kraft von Musik und Glaube
Celler Land Winsen Völkerverbindende Kraft von Musik und Glaube
16:03 20.08.2010
Moravian Brass Band Union of South Afrika in Winsen Quelle: Peter Müller
Winsen (Aller)

Die Moravian Brass Band ist eine Gruppierung christlicher südafrikanischer Laienmusiker, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Musizieren treffen. Für manche von ihnen ist das die einzige Freizeitbeschäftigung, die sie sich leisten können. Die für viele unerschwinglich teuren Instrumente werden teilweise gespendet und dann einzelnen Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Daraus resultiert eine Dankbarkeit, die in jedem Moment ihres Auftretens spürbar wird. Immer wieder formulieren die Musiker das. Die afrikanischen Gäste freuen sich, dass sie in Deutschland sein können und würden wohl am liebsten jeden einzelnen ihrer Gastgeber, bei dem sie privat übernachten konnten, namentlich erwähnen. Diese so herzliche wie dankbare Art muss sich wohl in der Gemeinde Winsen wie ein Lauffeuer herumgesprochen haben. Der Besuch des Konzertes war auf jeden Fall erstaunlich gut.

Die Moravian Brass Band bot einen Querschnitt durch ein breites Repertoire. Von frühen Klängen der venezianischen Mehrstimmigkeit bis zu Volksliedern und Märschen ihrer Heimat, von geistlichen Stücken bis zur südafrikanischen Nationalhymne oder dem berühmten Triumphmarsch aus Verdis „Aida“. Manches erwies sich dabei als doch deutlich zu schwer für diese über 15 Personen starke Truppe. So geriet Giovanni Gabrielis doppelchörige Musik nicht nur in der Intonation sehr vage. Und wenn die ganze Mannschaft dann zu singen beginnt ohne auch nur über eine Spur von Stimmbildung zu verfügen, dann ist das doch sehr gewöhnungsbedürftig. Aber die Maßstäbe müssen hier eben andere sein.

Man versucht mit Leib und Seele den Instrumenten irgendwie das zu entlocken, was die Stücke verlangen. Mal klappt es gut, mal klappt es weniger. Am besten gerieten flotte Stücke mit schlichten Melodien. Da konnten sich die Südafrikaner dann swingend austoben ohne in die Gefahr zu geraten, beim Spielen aus der Bahn geworfen zu werden. Je urtümlicher die Musik erschien, desto überzeugender spielten die Musiker. Speziell bei solchen Stücken merkte man gut, wie die Musiker selbst aufblühten. Und den Zuhörern machten diese Stücke auch besonders viel Spaß. Es war eine gute und begrüßenswerte Idee seitens der Initiatoren, diese sympathischen Musiker mit einer solchen Auftrittsmöglichkeit zu unterstützen. Hier wurde auf angenehm unprätentiöse Weise die völkerverbindende Kraft von Musik und Glaube gezeigt. Und darum war dieser Abend auch sehr bemerkenswert.

Von Reinald Hanke