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Winsen Wahl in Winsen: Köhler dementiert Kandidaten-Gerüchte
Celler Land Winsen Wahl in Winsen: Köhler dementiert Kandidaten-Gerüchte
10:17 17.08.2018
Von Simon Ziegler
Wilhelm Claus Köhler Quelle: Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Derzeit kursieren in Winsen Gerüchte, wonach auch der CDU-Ratsherr und Meißendorfer Ortsbürgermeister Wilhelm Claus Köhler antreten könnte – und zwar ohne Unterstützung der Christdemokraten als Einzelkandidat. Doch Köhler dementiert: "Ich werde nicht antreten", sagte er auf CZ-Nachfrage.

Die Gerüchte fallen in Winsen auf fruchtbaren Boden. Denn bekannt ist, dass Köhler tatsächlich den Amtsinhaber herausfordern wollte, aber als CDU-Kandidat. "Im CDU-Vorstand wurde im Sommer 2017 gefragt, ob es einen Kandidaten aus den eigenen Reihen gibt. Ich habe dem Vorstand und der Fraktion gesagt, dass ich meinen Hut in den Ring werfe", sagte Köhler. Da er der einzige gewesen sei, der sich ins Spiel gebracht habe, ging Köhler davon aus, dass er gute Chancen hat, von der CDU nominiert zu werden.

Doch es kam anders. Der Vorstand präsentierte im Januar offiziell Florian Hemme als Kandidaten. Köhler war dem Vernehmen nach sehr enttäuscht. Er kritisiert, dass mit ihm über die CDU-Entscheidung vorab gar nicht gesprochen worden sei.

Bei dem Votum des Vorstandes könnte Köhlers Vergangenheit eine Rolle gespielt haben. Hemme wurden offenbar bessere Chancen eingeräumt, das rote Rathaus für die Partei zurückzuerobern. Köhler war bis 1986 CDU-Mann. Danach wurde er Republikaner, ehe er sich ab 2005 für das „Sozialpatriotische Bündnis“ engagierte. Belastend für den Meißendorfer waren Fotos, die 2007 auftauchten, und ihn an der Seite eines Rechtsextremisten zeigten. Er sei zu einer Kundgebung der Freien Patrioten gefahren und habe nicht gewusst, dass dort auch Neonazis sind, sagte er damals der CZ. Bei seiner Rückkehr zur CDU im Jahr 2011 distanzierte sich Köhler klar von der extremen Rechten. Köhler ist in den vergangenen Jahren weder im Celler Kreistag noch im Winser Rat oder einem anderen Gremium mit rechten Sprüchen aufgefallen. Er gilt als sachlicher Kommunalpolitiker, der in der CDU-Fraktion einer der Wortführer ist. Bei den letzten beiden Kommunalwahlen holte er in Winsen für die Partei die meisten Stimmen.

Der CDU-Kreisvorsitzende Henning Otte erklärte, dass die Kreis-CDU bei der Entscheidung, wer Oelmann herausfordern soll, keine Rolle gespielt habe. "Der Kreisvorstand hat sich mit der Kandidatenkür in Winsen nicht befasst und auch keine Empfehlung abgegeben", sagte Otte. Der Winser CDU-Chef Christian Peters erklärte, dass bei zwei oder mehreren Kandidaten nur einer das Rennen machen könne. "Herr Köhler hatte keine Zusage", so Peters.

Inzwischen ist die CDU scheinbar gewillt, die Wogen zu glätten. Nach der Auflösung der FDP/UWG-Gruppe ist vermutlich in Kürze ein Sitz im wichtigen Verwaltungsausschuss neu zu besetzen. Zwischen CDU und UWG muss gelost werden. Sollte der Sitz der CDU zufallen, wird dem Vernehmen nach in das Gremium einziehen: Wilhelm Claus Köhler.