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Winsen Waller Biogas: Politiker halten an Sichtweise fest
Celler Land Winsen Waller Biogas: Politiker halten an Sichtweise fest
17:53 03.11.2010
Walle

Trotz des geplanten Abzugs der britischen Streitkräfte aus dem Landkreis Celle halten die Fraktionen im Winser Gemeinderat an ihrer Sichtweise zur Biogasanlage in der Sandkuhle in Walle fest. Die CDU befürwortet trotz veränderter Situation weiterhin das Großprojekt, während die SPD zustimmen will, wenn ihre Auflagen erfüllt sind. Die Grünen und der ehemalige FDP-Fraktionsvorsitzende und derzeit parteilose Albrecht Hoppenstedt lehnen die Standortpläne von Investor Jürgen Lindhorst ab. Der Winser hatte Anfang des Jahres angekündigt, Biogas von Walle nach Bergen-Hohne zu liefern. Dort soll es in einem Blockheizkraftwerk des Celler Energie-Versorgers SVO verstromt werden. Mit der Abwärme könnte das Britencamp Bergen-Hohne beliefert werden.

„Das bleibt Sache des Investors“, antwortet Wolfgang Hoffmann auf die Frage, wie die SPD-Fraktion mit der veränderte Lage umginge. „Wenn unsere Auflagen erfüllt sind, werden wir dem Antrag zustimmen.“ Die Sozialdemokraten wollen der Bauleitplanung nur zustimmen, wenn die Auswirkungen für die Bürger minimal gehalten werden. Unter anderem fordern sie, dass die Anlage von außen nicht einsehbar wird und der Investor über eigene Wege eine Zufahrt zur Anlage sicherstellt.

Für Friedrich-Wilhelm Falke, Fraktionsvorsitzender der CDU, hat sich die Lage nicht verändert: „Wir werden noch einmal darüber sprechen“, sagt der Ratsherr. Neu beraten wolle man aber nicht. Fraktionsintern habe sich nichts getan: „Das Biogas muss ja nicht zwingend an die Briten abgegeben werden“, erläutert Falke.

Auch die Grünen haben ihre Sichtweise innerhalb der Fraktion auf das Projekt nicht verändert, berichtet Gertrud Truffel, die als Kandidatin bei der Winser Bürgermeisterwahl antritt. „Ich bin gegen den Standort, schon die ganze Zeit“, erläutert die Grünen-Politikerin. Sie habe immer betont, dass man die geplante Anlage nicht mitten in die Natur bauen dürfe. Eine Verbindung mit dem Abzug der britischen Streitkräfte sieht sie nicht: „Das hat mit den Briten nichts zu tun, ob die Anlage dort entsteht oder nicht.“

Albrecht Hoppenstedt, ehemaliger FDP-Fraktionsvorsitzender und jetzt parteiloser Ratsherr, sieht sich durch den Truppenabzug der Briten in seiner Meinung bestätigt. Der Standort habe bislang seine Berechtigung wegen der Nähe zur Kaserne gehabt. „Ich denke, die Begründung ist jetzt hinfällig“, sagt Hoppenstedt. Er plädiere dafür, die Anlage im Gewerbegebiet Schmalhorn zu errichten und verweist auf Walles Ortsbürgermeister Reiner Wilke. Der SPD-Politiker macht sich ebenfalls dafür stark, dass die Anlage im bestehenden Gewerbegebiet gebaut wird.

„Es ist gut, dass noch keine Entscheidung gefallen ist“, so Hoppenstedt weiter. Jetzt sei noch Zeit, die Planungen zu korrigieren und an die veränderte Situation anzupassen.

Von Christian Uthoff