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Winsen Warten auf Baubeginn in Poststraße
Celler Land Winsen Warten auf Baubeginn in Poststraße
17:27 20.03.2012
Von Simon Ziegler
Ausbau Poststrafle verzˆgert sich sagt B¸rgermeister ÷lmann Quelle: Peter M¸ller
Winsen (Aller)

Die Gewerbetreibenden in der Winser Poststraße sind unsicher. „Viele haben richtig Angst, dass es durch die Bauarbeiten zu Umsatzeinbußen kommt“, sagt Andrea Tanke, Vorsitzende des Gewerbevereins. Erst in der vergangenen Woche diskutierten die örtlichen Unternehmer wieder über die anstehende Sanierung. Kollegen aus Wietze hätten berichtet, dass Bauarbeiten vor der Haustür ein Minus von bis zu 40 Prozent bedeuten können. Es gebe daher die Befürchtung, dass der ein oder andere Arbeitsplatz zumindest kurzfristig wegfallen könne, sagt Tanke. Für die Gewerbetreibenden ist die Sanierung der Winser Poststraße ein zweischneidiges Schwert. Möglichen Umsatzeinbußen steht gegenüber, dass eine topsanierte Straße langfristig mehr Kundschaft in die Läden locken könnte.

Die Erneuerung der Poststraße, die einst durch den Winser Dialog angeschoben wurde, ist neben dem neuen Marktplatz der zentrale Baustein in der Entwicklung des Ortskerns. Die Fahrbahn wird verkleinert, Gehwege werden vergrößert und Parkplätze geschaffen. Das alles soll rund 1,4 Millionen Euro kosten. Mehr als 900.000 Euro kommen von Europäischer Union und Land Niedersachsen in die Celler Westkreis-Gemeinde. Die Anlieger müssen rund 330.000 Euro zahlen, der Gemeindeanteil liegt bei 150.000 Euro.

Allerdings muss die Sanierung wegen Vorgaben der Zuschussgeber bis Ende 2013 fertiggestellt und abgerechnet sein, sagt Bürgermeister Dirk Oelmann. Eigentlich sollte die Straße längst aufgerissen sein, der Startschuss war für 2011 geplant. Er erklärt die zeitliche Verzögerung damit, dass es zwischen Gemeinde und Landkreis unterschiedliche Auffassungen darüber gegeben hat, ob es eine Extra-Spur für Radfahrer auf der Poststraße geben soll oder nicht. Außerdem ziehen sich Verhandlungen mit einem Anlieger in die Länge. Die Gemeinde beansprucht einen 30 bis 40 Quadratmeter großen Streifen neben der Zufahrt zum Lidl-Grundstück, um ihr Konzept durchzusetzen und die Zufahrt zum Discounter sicherer zu machen. Ohne den Streifen steht das ganze Projekt auf der Kippe, weil laut Oelmann andernfalls ein neues und zeitaufwendiges Planfeststellungsverfahren in die Wege geleitet werden müsste.

Immerhin soll inzwischen eine Einigung in Sicht sein. „Für die kommenden Tagen zeichnet sich eine Lösung ab“, sagt der Bürgermeister. Das ist auch dringend nötig, da sich das Rathaus hundertprozentig sicher sein muss, die Bauarbeiten rechtzeitig zu beenden. Denn die Gemeinde kann es sich nicht leisten, die Zuschüsse von 900.000 Euro zu gefährden.

Für die Gewerbetreibenden in der Poststraße hat der Zeitdruck indes auch Vorteile. Denn geschäftsschädigende Verzögerungen bei den Bauarbeiten - was ja nicht gerade selten vorkommt - kann sich in Winsen niemand leisten.